pfunkelferd blåg

Als Wasserbettbesitzer ist nicht gut Sockenstopfen

Dezember 23rd, 2009

Liebe Weltöffentlichkeit,

aus mir selbst unbekannten Gründen habe ich vor wenigen Minuten beschlossen, dieses von mir teuer angemietete Medium mit neuem buchstabenreichen Inhalt zu füllen. Ich hatte wohl irgendwie so’n Drang dazu. Man mag das – ähnlich wie bei Günters Spätwerk “Letzte Tänze” – gerne unter der Fragestellung betrachten, ob er’s denn noch drauf hat auf seine alten Tage, sofern “er” es denn überhaupt jemals “drauf” “hatte”. Erstaunlich hierbei ist, dass wenn man die Gevatter Google’sche Autovervollständigung verwendet, nach der Eingabe von “Günter” die Vorschläge Wallraff und Jauch noch vor Grass erscheinen. Wer ist dieser Günter Wallraff? Und wer ist dieser Günter Jauch? Das Leben ist voller Rätsel, aber ich habe besseres zu tun, als ihnen allen hinterherzujagen.
Zum Beispiel musste ich nämlich gerade ein nicht näher genannt werden wollendes Kleidungsstück nähen und setzte mich dazu wie üblich auf das bequeme, großflächige und damit zum Nähen sehr geeignete Bett. Dabei fiel mir folgende erstaunliche Tatsache auf: Möchte ich die Nadel ablegen, um einen fachmännischen Knoten in das Fadenende zu binden, so zögere ich jedes Mal einige Sekunden, die Nadel in das Bett zu pieksen, aus Angst, ich könnte es dadurch verletzen. Da stellt sich mir natürlich die Frage: Wäre ich Hindu, hätte ich in meinem früheren Leben ein Wasserbett besessen? Und wie viele Hindus mit Wasserbetten mögen wohl zur entsprechenden Zeit gelebt haben? Wäre ich Reinkarnations-Ahnenforscher, so würde ich mich mit großer Freude auf die Suche nach dem Vorvermieter meiner Seele machen.
Das Leben besteht ganz eindeutig aus viel zu vielen Zöger-Zeiten. Zögern vor der Matratzenakkupunktur, Zögern vor der Wahl der Tageszeit-adäquaten Zahpasta. Wertvolle 20s pro Tag verbringe ich mit der Entscheidung, ob nun morgens Elmex und abends Aronal zu benuten ist oder umgedreht. Warum nur sind sich die Herren Zahnpasta zu fein dafür, eindeutige Symbole auf ihr Zähnenaschwerk zu drucken? Steckt eine größere Verschwörung hinter dieser offensichtlichen Kundenirreführung oder liegt es nur daran, dass beide Tuben (genau wie im Fall der verschiedenen Duff-Biere) sowieso von der Abfüllmaschine mit der völlig identischen weißen Paste vollgestopft werden? Dass man sich bei der Verköstigung trotzdem verschiedene Geschmäcker einbildet, mag daran liegen, dass das Auge sozusagen mitputzt. Deshalb schmeckt die aus einer orangenen Tube gepresste Paste natürlich anders als die aus einer blauen Tube herausgequetschte, ähnlich wie es eine allgemein anerkannte Aldi-Weisheit ist, dass selbst die hochdekoriertesten Sommeliere keinen Weiß- von Rotwein unterscheiden können, wenn dieser nur identisch temperiert in blickdichten Gefäßen gereicht wird.
Nachdem ich nun auch jeden noch so Klatsch- und Tratsch-begierigen Leser mit intimsten Details meines nähenden und zähneputzenden Privatlebens gefüttert habe, möchte ich zurückkehren zu den Wurzeln dieses Blågs, welches (wie der betagte Leser weiß) selbstverständlich nur zu dem Zweck gegründet wurde die Schlechtheit der Welt im Allgemienen und die der Menschheit im Speziellen zu beklagen und wortreich zu beschimpfen. Und welcher Teil der Menschheit ließe sich besser beschimpfen als das nahe Umfeld das sich Kommilitonen nennt. (Da braucht man mehrere Jahre, um das korrekte Ausschreiben dieses Wortes zu lernen und wenn man es dann kann, ist es zu spät!)
Wer schon einmal im TU-Film war, welcher (seit Neuestem?) in total trendiger Kleinschreibung “tu film” heißt, weiß wovon ich spreche. Für den Rest möchte ich die schönsten Momente meines neulichen Besuchs des an sich großartigen Eastwood-Streifens kurz schildern. Wie immer beginnt es natürlich mit Susan und dagegen, dass es mit Susan beginnt, ist natürlich auch gar nichts einzuwenden. Es ist eine soziologische Aufgabe auf Grundschulniveau, dieses “Susan”-Mitschreien als steinzeitliches Abgrenzungsritual zu erkennen und nicht einen einzigen Menschen möchte ich verurteilen, der an diesem feinen Ritus der total eingeschworenen TU-Film Gesellschaft teilnimmt. Da fühlt man sich stark. Da ist man mal was. In einer Gesellschaft voller Nerds kann sich der Nerd endlich akzeptiert und wohl fühlen, aber muss es denn gleich soweit gehen, dass einzelne Leute dazu übergehen, wie in religiöser Ekstase den gesamten Text der Werbung mitzuplappern?
Aber gut, das ist die Werbung, da geht es rund, da darf sich der Zuschauer die Hörner abschlagen und das ist auch gut so, denn nur so bekommt er (möchte man meinen) einen klaren Kopf für den Hauptfilm.
Und dieser bezieht ja ganz klar Stellung für Toleranz und gegen Ausländerfeindlichkeit und Vorurteile, indem er die Entwicklung des Korea-Veterans Walt vom rassistischen Arschloch hin zum einfühlsamen helfenden Nachbar beschreibt, der am Ende sogar sein Leben für das des Asiaten Thao opfert.
Und so fallen auch in der ersten Hälfte des Films die damals von Walt noch ernst gemeinten Sätze: “Was habt ihr Bimbos vor?” Schallendes Gelächter im Kino. “Schweine wie euch haben wir in Korea zwei Meter hoch gestapelt und als Sandsäcke benutzt.” Brüllen vor Lachen, es wird zustimmend auf die Bänke geklopft. “Hast du ‘nem armen Blinden sein Geld abgeluchst, du alter Jude?” Selbiges. So weit so schlimm. Doch was geschah dann? Thaos Schwester überredet Walt dazu, ihr auf ein Grillfest in das Haus der asiatischen Familie zu folgen. Walt kommt mit, das Kino kann sich nicht halten vor Applaus. Versöhnung. Alles ist gut. Bald ist Weihnachten. Und zwar frohe!

Urbane tote kunst und insulare schönheit hautnah erlebt und instantan daran verzweifelt

Dezember 16th, 2008

Das einzige ding auf erden, das sich einer objektiven beurteilung ein ganzes leben lang entzieht, ist das kinderbuch. Als zukünftig durchschnittlich gebildeter deutscher bundesbürger bekommt man davon je nach elterngehalt und elternbildung 0 bis sagen wir mal 50 stück vor die kindliche nase gehalten und wird diese zeitlebens automatisch als die wohl besten und wertvollsten kinderbücher des universums halten. So in meinem falle zb die maus Frederick, auf die ich mich im folgenden berufen möchte.
Ähnlich wie Frederick im sommer auf der faulen haut lag und sonnenstrahlen sammelte, um diese später in der kalten winterszeit in die kleinen herzen seiner mitmäuse zu ballern, möchte ich nun auch die im spätsommer angesammelten fotos in eure warmen stuben pusten, auf dass sie dort die kerze des dritten advents entflammen mögen.
Wenn es mit der physik nichts wird, werde ich mich bei der Bunten als kolumnist bewerben oder selber herzerweichende kinderbücher schreiben, so viel ist gewiss.

Es begab sich aber zu der zeit, dass ein gebot von dem eigenen kopfe ausging, dass dieser es in der dunkelheit des optischen labors nicht mehr aushielte und nun auf spätsommerliche dienstreise in die korsichen berge stapfen möchte. Also wurde schnell eine adäquate reisebegleitung herbeigegooglet, outdoorausrüstung im wert mehrerer cent erstanden (kompass, rucksack, trinkflasche, laterne, fertignudelgerichte, alkohol, ukulele) und der nächste nachtzug in das wunderschöne Florenz bestiegen. Zeit für weitere planung bestand leider nicht, aber aus der schulbildung, die unsere generation glücklicherweise noch erfuhr, konnten wir uns noch vage daran erinnern, dass dieses Florenz irgendwo in der geographischen nähe der ersehnten insel Korsika liegen muss. Dass sich diese vermutung als die wahrheit herausstellen sollte, erfuhren wir erst später, bis dahin verbrachten wir erst einmal einen wunderschönen tag in der stadt der toten kunst.

Feldherrenhallendingsbums

Halb 6 uhr morgens in Florenz ankommen hat den unglaublichen vorteil, dass die plätze, die man sonst nur touristengeflutet kennt, auf einmal menschenleer vor einem liegen. So kann man sich zb endlich einmal ausgiebig zeit lassen, Davids penis zu begutachten. Tut man dies, so stellt man erstaunt fest, dass dieser etwa nur die halbe länge seines daumens misst. Da ich annehme, dass die evolution seit dem frühen 16. jahrhundert nicht so weit fortgeschritten ist, dass sie schuld sein könnte für diese fehlproportionierung, muss es wohl andere gründe hierfür geben. Derer fallen mir natürlich auch genug ein, aber es bleibt dem leser selbst überlassen, sich hierzu tiefgreifende gedanken zu machen und diese eines tages in buchform zu veröffentlichen.
Ich schreite vielmehr weiter im text und erzähle noch eben von der kurzen episode, in der wir von diesem feldherrenhallendingsbums geworfen wurden, da laut Carabinieri unsere “rucksäcke zu groß” waren. Die antwort, dass wir das wissen und dass wir auch schon jetzt panische angst hätten, uns damit auf das sog. gebirge im meer zu begeben, konnte die frühaufgestandene ordnungsgewalt leider auch nicht erweichen und so wurden wir zurück auf den menschenleeren Piazza della Signoria geschmissen, in dessen nähe wir kurz darauf ein ausgiebiges italienisches frühstück (capuccino und irgendwas) zu uns nahmen.

Optische täuschung

Als dann auch endlich glücklicherweise eine herberge in bahnhofsnähe gefunden war, hatten sich mittlerweile die straßen wie von zauberhand mit den üblichen touristen gefüllt, die es natürlich ausgiebig aus sämtlichen himmelsrichtungen zu fotografieren galt. Die wahl des schwarzweißfilms wird damit begründet, dass sich hiermit noch einfacher verdeutlichen lässt, was jeder brave alltagsbeobachter sowieso schon weiß: Schwarze kleidung macht unheimlich schlank und weiße – naja, siehe oben.

Fasttote menschen fotografieren ganztote kunst

Wenn man eine gewisse zeit zwischen dom und Piazza della Signoria herumgehangen ist, zieht es einen natürlich früher oder später zu den Uffizien, um dort die warteschlange zu begutachten und zu fotografieren, bzw leute zu fotografieren, die irgendeinen klumpen tote kunst fotografieren.

Den teufelskreis am leben halten

Es ist ein teufelskreis, aus dem man sich nur herauswinden kann, wenn man beginnt, selber kunstschaffend zu werden, dh kunstschaffend im sinne von tote kunst kopierend, wobei man – wie ich gerade feststelle – dem teufelskreis der toten kunst nicht entrinnt, sondern sich selber nur noch viel fester in ihm verankert.
Ist es erst einmal so weit, kann man eigentlich auch gleich versuchen, visuellen suizid zu begehen, sich also fröhlich in die bilderflut des Palazzo Pitti stürzen, was wir natürlich auch dummerweise gleich taten, nur um festzustellen, dass dies das museum ist mit der wohl größten bildanzahl pro quadratmeter wandfläche. Man wundert sich, dass dort nicht schon dazu übergegangen wurde, die bilder einfach übereinander zu hängen, aber das wird wohl bald folgen, wenn irgendjemand den fehler machen wird, ein geheimversteck voll alter italienischer meister auszubuddeln.

Schmalspuriger ausbruch aus dem teufelskreis

Ein ausbruch aus dem teufelskreis ist also nur im physischen sinne möglich, ansonsten macht einen diese stadt verrückt, da hilft auch der liebevoll in der herberge zur schau getragene allgegenwertige kitsch nicht weiter. Also packten wir unsere siebensachen und zwängten uns ein weiteres mal durch eine zugtür, diesmal richtung Livorno. An dieser stelle möchte ich anmerken, dass es auf keinen fall ratsam ist, sich in einem fahrenden zug auf die anzeige seines kompasses zu verlassen, man denke nur an die gute alte elektrodynamik und an das durch stromdurchflossene leiter hervorgerufenen magnetfeld, eieiei, jede menge kummer und sorgen bleiben einem erspart, wenn man den kompass im zug einfach mal in der tasche lässt.
Unspektakulär ging es dann weiter mit einer wunderschönen seefahrt mit ziel in Bastia, wobei man anmerken muss, dass es sich in Bastia ganz ausgezeichnet flanieren lässt. Sehr viel mehr als diese erkenntnis konnten wir aber nicht mehr sammeln, da uns bald schon wieder die nächste enge zugtür schluckte, nämlich die der berühmten und in gleisverkehrfachkreisen durchaus berüchtigten korsischen schmalspurbahn, die uns sicher und irgendwie auch schnuckelig nach Corte schaukelte. Danke dafür!

Kulisse zum espresso

Von der bergkulisse, die sich uns bei der ankunft bot, ließ sich der schmalspurbackpacker mächtig beeindrucken. Um die stimmung auch geschmacklich abzurunden wurde sofort ein espresso geköchelt und bis zum rand mit dem raffiniertesten zucker der µnchner hauptbahnhof_imbissstände gefüllt.

Couchsurfing Corte

Neben dem bereits erwähnten beruf des backpackers gibt es natürlich seit den zeiten des internets auch noch den des couchsurfers. Dot com! Wir schafften es, diese beiden betätigungsfelder auf wundersame weise zu vereinigten und strandeten somit in der wohl weltbesten couchsurfing_adresse weltweit, nämlich – ich wiederhole – in Corte und zwar bei Jean Hughes, seiner katze und den ca. 10 anderen katzen, die aber zwischenzeitlich immer wieder mal der fuchs holt. Bei dem anwesen von Jean handelt es sich um den ehemaligen sommersitz irgendeiner baronesse und das ist natürlich fantastisch, mit riesigem grundstück, kunstvoll angelegtem und mittlerweile ziemlich verwildertem garten, fünf mongolischen zelten, einem zirkuszelt und der wohl bezauberndsten inneneinrichtung, die sich ein menschengehirn nur vorstellen kann. Es gab eine seife am stiel!
Aber all dieser luxus konnte unsere rastlosen körper und seelen natürlich nicht aufhalten, denn wir hatten einen nicht vorhandenen plan zu erfüllen und eine abenteuerreise zu machen.

Mount Rushmore

Und so nahm das unheil seinen lauf. Was nun folgt ist nicht weiter aufregend, es handelt sich lediglich um einen kampf, der schon so alt ist wie die menschheit an sich: Der kampf mensch gegen rucksack. Der rucksack – auf bisher unerforschte weise ergreift er die kontrolle über gewisse hirnareale und zwingt den menschlichen körper tag für tag aufs neue, sein unerträgliches gewicht möglichst viele kilometer doch irgendwie zu ertragen. Für den weihnachtskeksgefüllten leser zu hause auf dem sofa möchte ich versuchen, das ausmaß der katastrophe kurz zu verdeutlichen. Die situation ist leicht erklärt. Man denke bitte einfach an seinen letzten urlaub und all die gegenstände, die man damals im packrausch in sein gepäck gestopft hat. Nun stelle man sich bitte vor, all diese gegenstände auf einem rucksack durch das korsische hochgebirge zu tragen. Das resultat ist ein rucksack, der einem vor jedem satteln grinsend anzusehen und zu sagen scheint “Werter herr wanderer, sie werden es sowieso nicht schaffen, mich auch nur einen millimeter vom boden anzuheben”. Dass dies dann doch jedesmal sogar mit nur geringfügigen ächzen klappt, ist dem guten alten phänomen des sieges des menschen über die maschine oder auch des menschen über das tier zu verdanken, je nach persönlicher beziehung zu seinem rucksack.
Unsere erste etappe führte uns bis spät in die dunkelheit von Corte bis zur hütte Sega (Mega Drive). Dort stießen wir zum glück auf ein lindenbichlzelt, das wir uns mit zwei tendentiell homosexuellen schweden teilten. Als wir am nächsten morgen aufwachten, waren die schweden weg und der schnee da.

Weißes gold oder weißer tod

Weißes gold oder weißer tod – da wir uns über diese frage nicht einigen konnten, wurde erst mal espresso und müsliriegel gefrühstückt, währenddessen hatte sich das weiße problem schon größtenteils in wasser verwandelt und die sonne trug fleißig dazu bei, den folgenden wandertag zu einem der schönsten aber auch anstrengendsten zu machen.

Resultat der versuchten hausentschweinung

Unser nächstes ziel hieß Calcuccia und bedeutete zivilisation in form von capuccino, einer kekspackung und einem wasserhahn. Da es diesmal kein fertig aufgebautes zelt gab, versuchten wir erst eine großfamilie verwilderter hausschweine aus einem leerstehenden haus zu vertreiben, aber der kluge leser weiß bereits, was folgt, nämlich das gute alte phänomen des sieges des schweins über den menschen. Mit lautem gegrunze wurden also die eindringlinge vertrieben, die sich daraufhin zwangsläufig ihr eigenes zelt aufschlagen mussten (siehe foto).

Die übliche brotkäsemahlzeit

Weiter ging es auf den Col de Verghio, wo wir uns das erste mal als richtige wanderer fühlen konnten, denn hier kreuzt der Mare a Mare Nord den GR20, auf dem sich in unserer vorstellung die wirklich harten hunde austoben. In wahrheit ist er aber bestimmt wie der rest der insel auch nur angefüllt mit zottelbärtigen deutschen lehrern und sozialpädagogen, die damals in den 70ern meinten, das paradies auf erden gefunden zu haben, womit sie gewiss nicht ganz unrecht hatten, o nein.
Übernachten durften wir auf dem gelände einer skitalstation, auf der Monsieur Le Renard den wanderschuh meines nachlässigen gefährten mopste, welcher dann aber zum glück am nächsten tag mit abgekautem schnürsenkel von einem holländer im busch gefunden wurde, so dass die reise nach einer ausgiebigen und kochend heißen dusche und der üblichen brotkäsemahlzeit fortgesetzt werden konnte.

Bestohlene verwilderte hausschweine

Am nächsten tag bebegnete man schweinen und marschierte in Evisa ein. Sonst passierte außer wandern genau gesagt: Nichts.
Doch, zu erwähnen bleibt, dass wir ganz gewiss kein offenes feuer machten, um unsere aus rache von den verwilderten hausschweinen weggemopsten maroni zu rösten.

Evisa

Nachdem wir noch schnell durch Ota gestapft sind, begann am dienstag der taggewordene wahnsinn.

Foce d'Ortu - Im wahrsten sinne des wortes

Nämlich: 900 höhenmeter rauf und fast wieder runter, auf einem weg, der in unserer detailwanderkarte völlig inexistent ist. Zum glück war er in der realität dann doch existent und belohnt wurden wir des abends mit mal wieder dem weltbesten wildcampingplatz, diesmal direkt an der trinkwasserversorgung von Piana. Selbstverständlich verhielten wir uns hier vorbildlich und hielten nicht unsere mittlerweile plattgewanderten käsefüße ins wasser. Diese waren übrigens eine gute hilfe dabei, den inselansässigen verwilderten hausschweinen ein schnippchen zu schlagen, indem sie es unmöglich machten, olfaktorisch unseren gut verstauten korsischen käse zu orten.

Capu Rossu

Der rest der geschichte ist schnell erzählt. Natürlich landeten wir dann doch irgendwann noch im schönen Piana, wo im heimischen supermarkt unser pro_person_gewicht noch einmal um weitere 10kg erhöht wurde, aber das war auch bitter nötig. Es folgte ein gewaltmarsch zum strand, aber leider wurde dieses The_Beach_artige gefühl jäh unterbrochen, als uns die weltnettesten schweizer in ihrer µnchner qualitätslimousine bis an die ersten sandkörner des Plage d’Arone heranfuhren.

The Beach

Was folgte waren zwei tage der absoluten ruhe und glückseligkeit.

Home is where my food hangs

Häuslich ließen wir uns nieder als einzige gäste des bereits geschlossenen campingplatzes. Wer auf den luxus von warmen wasser und toiletten verzichten kann, dem sei dieser geheimtipp wärmstens ans herz gelegt. Auch baden konnte man zu dieser späten jahreszeit übrigens noch hervorragend und auch irgendwie reinigend.

Mobiler ethnischer rucksack

Ein wenig hässlich wurde es bei der rückreise dann nur noch einmal in Bastia, wo sich nach einer gar köstlichen muschelmahlzeit stundenlang kein zeltplatz finden ließ, auf dem unsere verwöhnten körper gewillt waren, sich zu betten. Also wanderte man sehr lange zum einzig offiziellen campingplatz außerhalb der stadt, der dann irgendwie schon geschlossen oder auch nicht war, jedenfalls wurde uns liebreizend untersagt, dort unser zelt aufzustellen, also taten wir dies am strand, neben den wohnmobilen neben mitgliedern einer französischen mobilen ethnischen minderheit, die den gesamten tag damit beschäftigt war, ihre wäsche zu waschen.

Bastia basta

Zurück aufs festland ging es dann auch irgendwie und natürlich mal wieder mit glück, denn man darf einer uhr mit uralter batterie nicht mehr trauen, nachdem man mit ihr zwei wochen durch wind und wetter stapfte, sie kann dann durchaus auch mal eine stunde nachgehen und das ganz ohne vermutete winterzeitumstellung.

Der teufelskreis schließt sich

Natürlich schloss sich in Florenz der teufelskreis wieder und man musste sofort den alten freund dom besuchen, um dort an einer rotweinflasche zu nippen, bevor man noch auf eine pizza mit weißbier einkehrte. Zum glück ließen wir in der rotweinflasche noch genug flüssigkeit, um die valiumtabletten zu schlucken, die uns zu den am seligsten schlummernden leuten in unserem sechserabteil machten. Vielen dank auch hierfür.

Es war sehr schön.
Ihr mäusegesichter.

“Zu tief ins glas geschaut aber nochmal mit einem blauen auge davongekommen” und andere anekdotentättärä

September 8th, 2008

Der seit dem letzten eintrag um gefühlte 92 jahre gealterte verfasser sitzt auf dem verfassereigenen balkon und unternimmt den verzweifelten versuch, sich gedanken zu machen.
Im kühlschrank schlummert ein glas mit kaffee, der später die grundlage für den besten eiskaffee der welt bilden wird, jedenfalls sieht dies der plan vor.

Weitere pläne gibt es nicht, aber das ist wohl völlig normal für einen menschen, der sich mit einem fulminanten bauchplatscher mitten ins diplomarbeitsleben gestürzt hat. Da dieses aber nicht nur brot_ sondern sogar brötchenlos ist, besteht zumindest nicht der druck, am wochenende die verdienten geldscheine in vergnügen (blackjack and hookers) und sinnlose elektronik_gadgets zu verwandeln.
Wobei das wiederum auch nicht die ganze wahrheit ist, da ich zumindest meine nicht vorhandenen brötchen in blackjack – nein – poker und sinnlose elektronik_gadgets steckte.
Und das ging so: In einem midlife_crisis_anfall dachte ich über all die dinge nach, die ich in meinem bisherigen leben noch nie getan habe und stieß natürlich sofort auf das bekannte und beliebte spiel poker. Sofort wurde eine kleine runde ins leben gerufen, in der ich mich durch reines aussitzen so wacker schlug, dass ich sogar ohne verlust nach hause gehen durfte.
Auch das neue gadget, nämlich ein japanisch_schwedisches mobiltelefon, werde ich ohne brötchenverlust bekommen, da ich großer überblicker des tarifdschungels geworden bin und einen tarif gefunden habe, der von sagenhafter günstigkeit ist, solange man unter den monatlichen inklusivminuten bleibt. Da ich das natürlich nie tun werde, kann man mich bald in der schuldenfalle besuchen. Mit dem alter kommt die dummheit.
Aber auch bei Vodafone selber scheint sie sich sehr wohl zu fühlen, die gute alte dummheit. Mittlerweile musste ich nämlich bereits ca. 20 mal die zum glück kostenlose hotline anrufen, nur um immer wieder widersprüchliche informationen zu erhalten. Hiermit möchte ich endlich einmal die macht des blågs nutzen: Liebe leser! Wenn ihr fans von kompetenter beratung und reibungsloser bestellabwicklung seid, lasst die finger von Vodafone! Hoffentlich sorge ich hiermit dafür, dass der aktienkurs streng monoton abwärts geht. Drecksunternehmen. Ich möchte fast sagen: Nahezu so schlimm wie Gericom, aber so weit kann man eigentlich auch wieder nicht gehen.
Zum glück wurde sie heute nun aber endlich freigeschaltet, meine neue alte nummer und ich bin wieder erreichbar, eigentlich ohne es jemals nicht gewesen zu sein.

Da dieses blåg ja seit dem letzten eintrag das thema abenteuergeschichten ganz groß schreibt, möchte ich in diesem beitrag auch nicht damit geizen, vor allem auch weil es der titel ja bereits ankündigt.
Für eine ganze abenteuergeschichte reicht mein erlebtes wohl leider nicht, wer interessiert sich schließlich schon für aufenthalte in der augenklinik des Schwabinger krankenhauses und für mobile augenduschen, die nicht vernünftig funktionieren und für eine fahrt mit der universitätsfeuerwehr? Nein, das ist wirklich nicht interessant genug, aber einen warnhinweis möchte ich zumindest noch anbringen: Was ist wohl das mit abstand dümmste, das man sich ins auge schütten kann? Richtig, flusssäure, aber wäre mir dies passiert, könnte ich das hier nicht mehr tippen. Nein, es war der gute alte bekannte aceton! Auch das ist kein großer spaß, wie ich zugeben muss, aber das auge scheint ein hervorragender selbstheiler zu sein und so kann ich hoffen, in diesem fall noch einmal mit einem blauen bzw roten auge davongekommen zu sein.

Der rest des lebens läuft auch irgendwie und ist nicht weiter der rede wert.
Ich grüße aus der dunkelheit!

Hinter polnische gardinen geraten und erfolgreich mausgebüxt

Juni 22nd, 2008

Wie bereits angedroht, beschäftigt sich dieser nun folgende artikel mit meiner erfolgreichen touristischen dienstreise ins befreundete nachbarland Polen, genauer gesagt, ins wilde Krakówistan. Mein gastgeber war Tommi, ich bedanke mich an dieser stelle ein weiteres mal auf’s herzlichste.

Die kugeln in unseren köpfen

Man hätte sich bereits bei der wahl der ubahn nach Fröttmaning denken können, dass es keine gute idee ist, eine zu wählen, die 5min vor abfahrt des busses dort ankommt, aber ich liebe das risiko und so hüpfte ich sekunden vor der abfahrt noch auf einen der zahlreichen freien plätze, warf meinen hut in das gepäcknetz (gutes wort, wenn auch eher gepäckablage) und wartete auf die dinge die da kamen.
Und es kam: 2min nach abfahrt ein polnischer film von gar lausiger qualität, irgendeine liebeskriminalkomödie.
Was ich nämlich nicht bemerkte: Bereits sofort nach betreten des busses befand ich mich in Polen. Die deutsche sprache suchte man vergeblich in diesem bus, auch dem busfahrer konnte man nur mit mühe und not einige deutsche wortfetzen aus dem mund betteln. So kam es, dass bereits Ingolstadt ausschließlich auf polnisch angekündigt wurde und – viel schlimmer – ebenso die tatsache, dass man nach Kraków umsteigen müsse. Durch großes glück und eigeninitiative erfuhr ich hiervon noch in letzter sekunde und wechselte geschwind das gefährt, wer weiß, in welcher russischen kleinstadt ich mich sonst nun befände.

Erhaltung des stadtbildes durch neubauten

Da ich schon einmal bei der polnischen sprache bin: Diese ist auf papier leider durch das ausschreiben all ihrer zischlaute wahnsinnig ineffizient. Die haltestelle an der ich wohnte, hieß zb Mistrzejowice. Ich bin mir sicher, dass der einzige grund, aus dem Polen noch nicht ganz oben im großen pokerspiel der nationen mitturnt, der ist, dass zb wenn ein pole anfängt, ein patent zu tippen, in der zeit bis zur fertigstellung schon mindestens drei mitstreiter und sprecher einer nicht_zischlaut_sprache ein identisches patent schnell heruntergetippt haben, in ihr örtliches patentamt gesnakeboardet sind und es dort eingeworfen haben, während der bemitleidenswerte Pole noch immer an der reihenfolge seiner zischlautbuchstaben verzweifelt.
Wäre unser polnischer erfinder nun einer der wenigen, welche der englischen sprache mächtig sind, aber einer der vielen, die kein auto besitzen, würde ihm dieses können auch nicht sehr viel weiter helfen, da er beispielsweise mit der tramlinie 14 eine dreiviertelstunde in die stadt braucht für eine strecke, die der motorisierte pole in 5min zurücklegt.

Verzweifelt würde er sich nun also gerne die haare raufen, aber dies ist leider nicht möglich, da die polnische kommission zur vermeidung von stil und geschmack schon vor jahren folgende leichtverständliche und verbindliche regel aufgestellt hat:
Die haare eines jeden jungen polens dürfen eine länge von 3cm nicht überschreiten. Selbige regel gilt für die hosen junger polinnen. Für die hosen junger polen gilt wiederum: Sie müssen camouflage_gemustert sein.

Der motorisierte pole

Ich möchte an dieser stelle all jenen gratulieren, die diesen artikel bis hierhin durchgelesen haben und sich bisher noch nicht angewidert von meiner bescheidenen homepage abgewendet haben. Angewidert von der aus diesem artikel sprudelnden oberflächlichkeit und arroganz gegenüber anderen nationen.
Ich weiß auch nicht, was in mich gefahren ist, möchte aber anmerken, dass selbstverständlich kein einziges pfunkelferdeskes wort jemals meine tatsächliche meinung zum ausdruck gebracht hat, geschweige denn auch nur irgendetwas hier jemals mit der wahrheit zu tun hatte.

Die schönen seiten des stadtbildes

Es geht nun aber trotzdem weiter im text, denn stillstand bedeutet stillstand!
Bereits in einem meiner ersten artikel berichtete ich von dem schwedischen preisniveau und möchte nun dieses thema für Polen auch nicht unangetastet lassen. In kurzform: Alles ist völlig normal teuer, vieles sogar teurer, zb kostet der döner auf Krakaus straßen ganz genauso wie im heimischen etepetete_µnchen gute 3 europäer. Ein weiterer schock: Eine dose gefüllt mit ganz normalem polnischen bier kostet im billigmarienkäfersupermart Biedronka 2,4 zloty, das sind skandalöse 70 cent und so weiter und so fort, nur dienstleistungen und so geschichten scheinen deutlich günstiger zu sein, zb das bus_ und tramfahren ist ein preislicher traum, auch wenn es schon einmal passieren kann, dass der busfahrer seine hintertür per hand zudrücken muss, weil diese nicht mehr richtig schließt.

Der autor in unseren köpfen

Wesentlich besser als bustüren schließt in Polen ein ganz anderes tor, nämlich dieses, um welches es in diesem abschnitt gehen wird. Hiermit nähern wir uns übrigens schon dem höhepunkt dieses beitrags, man darf also bald auch wieder aufatmen und sich die krawatte lockern.
Als kleine einleitende auflockerungsübung fragte ich sämtliche menschen, denen ich die folgende geschichte erzählte, was denn wohl der mit abstand dümmste ort ist, an dem man sich einsperren lassen kann. Ich erhielt zwar viele schöne antworten, aber nicht dir richtige.
Denn diese lautet: In eine grotte. Jawohl, es ist wahr, eine kindheitshorror_ und _wunschvorstellung wurde wahr. Ich erlebte ein TKKG_ähnliches abenteuer.
Und das ging so:
Mit meinem gastgeber teile ich offenbar eine große zuneigung gegenüber grotten, gepaart mit einer großen abneigung gegenüber kostenpflichtigen führungen in solchen. So beschloss man erst einmal den blauen und dann den gelben spazierweg durch den wunderschönen Ojców nationalpark zu spazieren, um dann später nachzusehen, ob die grottenkassenhütte noch geöffnet ist. Als man dies tat, stimmte man darin überein, dass alle ereignisse vor der grotte nach baldigem dienstschluss aussahen: Ein vereinzeltes pärchen saß noch herum und in der hütte räumte man scheinbar gerade auf und schloss ab. Der ideale zeitpunkt also, um das schmiedeeiserne tor zu überklettern und innerhalb von sekundenbruchteilen mit einer ungefähr 3m langen maglite ausgestattet in die dunkelheit der grotte einzutauchen.
Dort war zum glück das licht sogar noch eingeschaltet und man konnte in aller ruhe und glückseligkeit die grottigkeit der grotte bewundern. Nach einigen minuten hörte man überraschenderweise doch noch schritte und stimmen, es war wohl das pärchen, das noch eine letzte privatführung bekam. Natürlich versteckte man sich sofort in dem zuvor ausgespähten versteck und wartete eine gute zeit, bis sich schritte und stimmen wieder näherten und dann für immer verschwanden.
Jetzt war natürlich auch schon langsam genug gegrottet, also verließ man das versteck und tappste durch die nun komplett entleuchtete grotte richtung ausgang.
Doch unsere rechnung machten wir nicht mit dem extra_gittertor, das die wächter der grotte kurz vor die leicht überwindende tür eingehängt hatten, von der wir dachten, sie sei die einzige grottensicherheitsmaßnahme.
Der schock saß tief, doch vor allem saß er. Da wir auf eine grottenübernachtung keine allzugroße lust hatten, blieb uns nichts anderes übrig als laut zu rufen und uns auf eine schamvolle begegnung mit den grottenobrigen einzustellen. Doch diese kamen nicht. Stattdessen kamen uns ideen. Mobiltelefon? Ging nicht. Werkzeug? Gab es! Und das zu hauf.
Also wurde geklopft und gehebelt, vor allem gehebelt, bis zwei schweißnähte platzten und unsere wohlgeformten köpfe und hinterteile durch das durchaus robust geschmiedete tor passten.
Ein wunderschönes abenteuer, von mir leider nur völlig lückenhaft fotografisch dokumentiert, aber ausreichend um einen kleinen eindruck unserer mausbüxung zu bekommen.

Mausgebüxt aus der höhle des zahns

Abschließend erwähnen möchte ich:
Wer zwei junge kater mit ADHS in seiner wohnung hält, sollte dafür sorgen, dass alles mit sekundenkleber festgeklebt ist, aber vor allem auch, dass sich ein katzeklo in der wohnung befindet, wenn den katzen verboten ist, die wohnung zu verlassen. Befolgt man diese vermeindlich allgemein bekannten ratschläge nicht, droht chaos und verwüstung, wie nach einem dritten weltkrieg, der mit katzenexkrementen ausgetragen wurde. Herr Einstein, ich habe da so einen verdacht, was vor stöcken und steinen kommen wird. Schrecklich wird das!

Stück hackfleisch gewinnt schönheitswettbewerb

Juni 9th, 2008

Da es in meinem gehirn zwar schon recht lückenhaft aber trotzdem lückenhaft strukturiert zugeht, weiß dieses gewitzte organ ganz genau, dass es den fingern nicht einfach einen Kraków_artikel in die tastatur diktieren darf, bevor die vorherigen ereignisse nicht abgearbeitet bzw abgeblågt sind.

Zwar sind diese präkrakówskischen ereignisse nicht von großem weltgeschichtlichen interesse, aber vielleicht gewinne ich ja zumindest mal einen preis für komplettizität und irrelevanz.

  • Diplomarbeit: Habe ich mir geschnappt! Aber wie. Morgen geht’s los. Was ich machen werde? Im dunklen raum mit einem laser quantenpunkte jagen und mir ihre optischen verletzungsschreie ansehen. So viel darf ich sicherlich verraten. Wen das thema tatsächlich interessiert, dem erzähle ich selbstverständlich gerne mehr. In Garching freut man sich natürlich auch immer sehr über besuch, schließlich bin ich schon lange nicht mehr durch meine geliebte parabelrutsche gedüst.
  • Burger: Dass der Red Dot Design Award auch an restaurants verliehen wird, wusste ich nicht, bis ich neulich in einem so prämierten saß. Nämlich im Cosmogrill an der Maximilianstraße. Nettes ambiente, sehr plibing plibing, dementsprechend dann die burger auch reichlich teuer (so ab 7 öre) und in handlicher größe, aber lecker lecker und man bekommt ein leuchtpiepvibrier_UFO, das anzeigt, wann der burger fertig gebraten ist. Danke an den edlen einlader!
  • The Notwist: Wowdiwowdiwow! Wer hätte gedacht, dass es neben den konzerten, auf die man fast schon aus einer art gewohnheit heraus geht, noch welche gibt, die einen dermaßen begeistern können? Gut, wahrscheinlich lag es an der musik, man hätte ja schon fast wieder vergessen, dass die Neon Golden nun einmal das perfekte pop_album ist und nach wiederholtem hören nähert sich die The Devil, You + Me langsam asymptotisch an meine gernhabizität der Neon Golden an. Das wohl bemerkenswerteste des konzerts: Martin Gretschmann ist scheinbar einer dem computernerd typischen faulheit verfallen und bedient nun die 1m vor ihm stehenden geräte mit zwei überdimensionierten fernbedienungen, was die vermutung nahelegt, dass in zukunft bald die ganze band von ihm auf diese weise ferngesteuert wird. Frickel zisch karumms tirillier! Super konzert. Auch hier vielen dank an den edlen trommler!
  • Sonic Boom: So viel zum thema konzerte aus gewohnheit. Ich bin fast eingeschlafen.
  • Lunastrom: Ich weiß nicht, warum ich es an dieser stelle schreibe, trotzdem: Das war wohl nichts, Marc. Die Kammerspiele sind mit ihrer bestuhlung einfach ein doofer ort für eine party, dazu kommt die destruktive einlassbeschränkung an der tür und die musik hat es leider dieses mal auch nicht mehr retten können. Wo bleibt Sigur Rós? Wo Belle & Sebastian? Wo Arcade Fire?
  • Kevin Devine: Hach, das war vieleicht schön. Außerdem habe ich gelernt, dass das Orangehouse total überdimensionierte stempel hat, da diese falsch bestellt wurden.

Nachdem nun sämtliche irrelevanzen heruntergeblågt wurden, kann ich mich endlich dem krakówskischen thema widmen, aber nicht ohne vorher erwähnt zu haben:
Fahrt auf den Olympiaturm! Seht euch eure heimat von oben an, es ist ein günstiger spaß und verspricht nahezu grenzenlose freude!

Mit dem teufel auf du und du

Zeichnen sie eine gaskugel oder einen halbbitteren halbleiter

Mai 12th, 2008

A record collection reduced to a mixtape.
Der lebenssinn eines jahres reduziert auf zwei ziffern.

Gerne hätte ich diese prüfung allein wegen des unterhaltungswertes mitprotokolliert, aber dann klopfte die faulheit an die morsche tür meines verstandes und der plan verpuffte in’s nichts, ähnlich einer Supernova vom Typ Ia.
Zumindest den anfang dieses nichtexistenten protokolls möchte ich aber dem sicherlich danach lechzenden leser nicht vorenthalten:
Prüfer: Was ist ein stern?
Prüfling: Eine gaskugel, in der kernreaktionen ablaufen.
Prüfer: Na dann zeichnen sie doch mal so eine gaskugel.
Prüfling (zeichnet kreis): Gaskugel.
So schön kann physik sein. Ich korrigiere mich: Physik ist natürlich immer so schön, wenn nicht sogar noch schöner, man denke allein an Angela Merkel!
Mehr möchte ich zu diesem thema auch schon nicht mehr sagen, außer vielleicht das noch:
Falls irgendjemand zufällig in seinem hobbykeller noch ein paar halbleiter herumliegen hat und mir eine passende diplomarbeit anbieten möchte, wäre ich hellauf begeistert. Falls irgendjemand das wort hobbykeller genauso beknackt findet wie ich, darf er gerne eine eigene diplomarbeit über das wort hobbykeller schreiben, ich werde sie auch gerne lesen, vorausgesetzt, es sind viele bunte bildchen drin und so ein parfum_test_knick_streifen.
Noch schöner wäre natürlich ein Gimmik, wie zb urzeitkrebse. Ein weiteres diplomarbeitsthema könnte lauten:
“Untersuchung über die schwierigkeit der entwicklung zum mündigen bürger beim ausbleiben des besitzes von urzeitkrebs_pulver in der kindheit”

Schon lange geschrieben wurde die diplomarbeit mit folgendem titel:
“Langweilige nachahmungen guter flashmob_ideen, die dann letztendlich bis auf einige abstriche doch recht großartig ausfallen”
Am freitag war es nämlich so weit, es wurde geflashmobt, und zwar in einem gewaltigen fünfminütigen freeze auf dem Odeonsplatz. Wer die einschlägigen videoplattformen mit entsprechenden suchwörtern füttert, findet einige trash_videos, die die stimmung recht gut eingefangen haben. Auf einem davon ist für sekundenbruchteile mein fuß zu sehen, wer ihn findet und erkennt, darf ihn behalten und sich ein leckeres süppchen draus kochen.
Eindrucksvoll war die große anzahl der menschen, die absolute stille und die kreativität, die zu manch schönen standbild geführt hat. Vielleicht war das ja ein erster schritt zu interessanteren flashmobs.
Wirklich gut war dieser nämlich nicht. Gründe? Bitte:
Kurz vorher wurde er von den veranstaltern vom Marienplatz zum Odeonsplatz verlegt, da man angst hatte, man könnte auf dem Marienplatz (dem größten laufsteg µnchens? Nein! Dem wohnzimmer µchens) passanten belästigen oder gar verhaftet und auf den elektrischen stuhl gesetzt werden. Hallo? Ist ein flashmob nicht eine kunstform, in der es auch darum geht, zu provozieren? Haben die wirklich geglaubt, dass die polizei leute verhaften würde, weil sie 5min an ort und stelle verharren?
So fand das ganze eben am Odeonsplatz sozusagen unter einer käseglocke statt, man hätte es auch in eine turnhalle verlegen können oder nachts auf eine wiese vor Quarzbichl, denn “laufkundschaft” gab es kaum, der großteil des nicht gefrorenen volkes waren menschen, die einem ihre kamerahandys oder ZDF_kameras ins gesicht drückten oder noch besser: Leute, die fotos machten! Das sieht sicherlich eindrucksvoll aus auf fotos: Menschen, die sich nicht bewegen.
Und überhaupt: Einfrieren. Hat das G8 gymnasium uns denn schon den letzten rest unserer kreativität geraubt? Sicherlich: Es ist einfach und eindrucksvoll, aber durch wiederholung werden dinge nun mal nicht spannender.
Das gemotze geht noch ein bisschen weiter, lieber leser, in dieser disziplin bin ich schwer zu bremsen, meine nächste mündliche prüfung soll dann bitte auch heißten: “Beschweren sie sich bitte einmal kräftig über halbleiter und sterne!” Mit vergnügen!
Aber erst mal wird sich über das klatschen und jubeln zu ende des erfrierens beschwert. So geht das nämlich nicht. Gut ist’s, wenn’s danach so ist als wär nichts gewesen und nicht, wenn sich das ding am ende in eine große party auflöst.
Knackpunkt des problems ist wohl, dass die renaissance des flashmobs ja hauptsächlich durch das heiß geliebte web 2.0 zustande kam, womit man zwar sehr schnell sehr viele flashmobwillige leute zusammentrommeln kann, aber natürlich dann auch gleich das ZDF und M94.5 im boot hat. Irgendwie muss man ja die richtige komposition aus zu viel und zu wenig öffentlichkeit finden, denn sonst könnte man den spaß ja auch gleich per plakaten und Studivotze_bannern bewerben, so dass die leute gähnend vorbeigehen und sich denken “achja, genau, schon wieder ein flashmob, hab ich ja heute schon im lokalteil der BLÖD zeitung gelesen”.

Erquicklichere themen folgen nun. Ich möchte nämlich an dieser stelle fragen, ob mir jemand den ursprung meiner 3cm langen narbe an der rechten schulter erklären kann. Was man so alles entecken kann am eigenen körper.. Ich lade den leser herzlich dazu ein, dies einmal selber auszuprobieren!
Möglich ist es, dass ich mir diese narbe zuzog, als ich einmal wieder einem meiner besitztümer nachkletterte, die von gehässigen mitmenschen gerne auf vordächer in der Müllerstraße geworfen werden, so wie neulich geschehen mit meiner mir wirklich sehr am herzen hängenden fahrradhupe. Menschen, die zu solchen schandtaten fähig sind würden wahrscheinlich auch kinder verspeisen oder menschen in massen entlassen, wenn man sie nur ließe.

Am ende noch zwei kurze warnhinweise:

Wer einmal in den genuss von edel_bitter schokolade mit 85%igem kakao_anteil gekommen ist, wird nie wieder halbbitter schokolade essen können, ohne vor lauter widerlicher süße den mund zu verziehen und schreiend aus dem fenster zu stürzen.

Es gibt gute und schlechte Eric Clapton alben. Ein ganz und gar grausames trägt den ganz und gar grausamen titel Pilgrim. Die passende akustische untermalung beim verspeisen von halbbitter schokolade.

Hang on to your dreams ’til someone beats them out of you!

Steuerfahnder kennen das geheimnis der computerseele

April 19th, 2008

Wie bereits in vorherigem katastrophenbeitrag erwähnt, entschloss sich der server, auf dem dieser ganze spaß inklusive meinem postfach statt findet, am dienstag morgen zu seinem spontanen ableben. Nach einer wartezeit von sage und schreibe 78h ist er nun aber wieder bei vollem bewusstsein mit neuem körper aber altem gedächtnis, was ich sehr löblich finde. Ich unterlasse es, an dieser stelle etwas von der wichtigkeit eines privaten datenbackups zu faseln, damit wurde man ja in der grundschule schon lange genug zugeschwallt.
Grund für den tod des servers waren laut der extrem verspäteten informationsmeldung auf der homepage meines hosters Tibit “angriffe auf nicht aktuell gehaltene Joomla-installationen”. Das problem war also “diesmal leider kundenseits verursacht”. Da denkt man sich als kunde natürlich:
“Klar, wenn das problem kundenseits verursacht wurde, dann warte ich gerne einmal 78h, bis alles wieder funktioniert, denn schließlich ist ja der böse übeltäter nicht der hoster, sondern ein kunde, also sozusagen ich selber!”
Sehr interessant fand ich dann auch den folgenden satz:
“Wir werden die komplette hardware auf server 2 austauschen um weitere probleme zu vermeiden.”
Schön, dass man bei Tibit erkannt hat, dass sich die seele eines computers nicht in so abstrakten dingen wie daten auf der festplatte versteckt, sondern in dem metall und den halbleitern der hardware selber. So wie man einen kampfhund erschießt, der einmal ein babyköpfchen geknackt hat, ist es also nur logisch und konsequent gleich den ganzen server zum teufel zu jagen, wenn ein kunde mal vergessen hat, sein wöchendliches Joomla_update durchzuführen.
Andere leute, die diese sache mit der in der hardware steckenden seele schon lange vertanden haben, sind die polizisten der steuerfahndung, die grundsätzlich, wenn sie unternehmen durchsuchen, auch monitore und tastaturen mit in ihre grünen VW_bullys tragen. Mittlerweile denke ich aber, dass sie das absichtlich aus trotz machen und sich abends beim wohlverdienten polizistenfeierabendbier jedesmal köstlich darüber amüsieren, dass sämtliche Tagesschau_zuschauer denken, sie seien völlig unterbelichtet.
Sehr viel gute haare möchte ich trotzdem an meinem lieben hoster Tibit lassen. Mal davon abgesehen, dass das, was der durchschnittlich gebildete bundesbürger als “service” versteht, praktisch nicht vorhanden ist, bietet dieser Hoster ein sehr großzügiges paket zu einem sagenhaft günstigen preis. Bei 55 cent / monat würde ich schließlich auch jede kundenmail drei mal umdrehen, bevor ich auch nur daran denken würde, sie zu beantworten.

Freilich gar nicht beantworten würde ich emails, litte ich an easiophobie. In einigen tagen wird es so weit sein.
Aus solidarität zu unseren ängstlichen mitbürgern entschloss ich mich nämlich am dienstag, die liste der phobien einmal komplett von vorne bis hinten durchzuarbeiten. Am dienstag hatte ich ablutophobie, was nichts mit bluten zu tun hat, sondern mit der angst vor dem waschen. Wer mich kennt kann sich vorstellen, dass dieser tag nicht allzu angsterfüllt verlief. Weiter ging es am mittwoch mit der abortphobie, die wiederum nichts mit toiletten zu tun hat, sondern die angst vor einer fehlgeburt darstellt. Das war schon ungleich dramatischer, huiuiui. Zum glück ist nun auch das schon wieder vorbei und ich gelangte gestern zur acerophobie, bei der man angst vor allem sauren hat. An diesem tag machte ich alles falsch, kaufte saure sahne, ich trottel, trank sauren tee und am abend sogar noch sauren wein. Aber ich fürchtete mich gar fürchterlich davor. Heute habe ich angst im dunkeln. Noch scheint die sonne. Ich bin gespannt.

Gespannt war ich auch darauf, was mich in der Stabi erwarten würde, deren lesesaal ich gestern das erste mal in meinem leben besucht habe. Ja, es ist wahr, erst jetzt, in den letzten universitätszuckungen meines lebens, werde ich zum echten studenten. Vielleicht fange ich bald auch noch damit an, mich nachmittags bei pappbecherkaffee im E_garten zu räkeln und wenn alles geschmiert läuft, lerne ich auch noch die schwierigste studentische disziplin: Sich eine SZ vom SZ_promoter zu schnappen und sich daraufhin von diesem nicht 20min zulabern zu lassen.
Zurück zur Stabi. Diese wird ja von jedem unwissenden zeitungsredakteur regelmäßig als “der größte laufsteg Münchens” bezeichnet und sogar als ich neulich auf der jetzt_seite der zulaberungsreich geschnappten SZ einen artikel über die Stabi las, musste ich feststellen, dass dort genau das gemacht wurde, was man von der dämlichen jetztjugendseite erwartete, nämlich voll in die bereits vorhandene kerbe hineingeschlagen wurde, anstatt einmal mit diesem völlig abwegigen cliché aufzuräumen.
Natürlich, angenommen ich wäre jetzt_redakteur und sollte etwas über die Stabi (den größten laufsteg Münchens, hihi) schreiben, dann würde ich mich dort natürlich reinsetzen und siehe da, dort laufen tatsächlich einige gar nicht mal so unattraktive knaben und mädchen im mittelgang umher und schon würde ich den klappcomputer zuklappen, um mich befriedigt pfeifend mit einen pappbecherkaffee in den E_garten zu legen.
Ja, in drei teufels namen, was sollen die armen studenten denn machen, außer so gut auszusehen wie sie der liebe Gott nun einmal aus irgendeiner rippe schnitzte und wenn sie auf’s klo müssen oder ein mörchen bei den schließfächern knabbern möchten, dann muss nun einmal der mittelgang durchschritten werden, unter dem teppich durchzukriechen würde ungleich länger dauern. Dass das eine frage der sichtweise ist, haben sich die achso kontrovers denkenden zeitungsredakteure wohl noch nie gedacht.
Ich für meinen teil sah sehr viele fleißig arbeitende studentchen, emsig vor ihren computern und büchern kauern, ohne große ambitionen, in die fußstapfen von Heidi Klum zu treten. Außerdem sah ich niemanden ständig heulen und das ist ja wohl der entscheidende knock_out_beweis, dass es sich bei der Stabi nicht um ein etablissement der haute couture oder ähnliches handeln kann.
Doch spätestens jetzt kommt natürlich der punkt, an dem sich alles umkehrt und ich zugeben muss:
Was war ich begeistert! Denn natürlich habe ich mich doch umgeschaut. Diese studenten! Was haben die für feine schühchen und tüchlein an. Einjedem in diesem raum hätte ich gerne die goldmedaille für studentisches stilbewusstsein an’s revers geheftet, in der hoffnung, am abend noch auf eine studentenparty eingeladen zu werden, auf der studentenbier getrunken und studentenmusik gehört worden wäre (Sportfreunde Stiller und Wir Sind Helden).
Dass menschen in universitätsbibliotheken gar so schön anzusehen sind ist durchaus keine selbstverständlichkeit, das weiß der, der ab und zu seine kostbare zeit in einer bibliothek der TUM verbringen musste. Denn dort gibt es keinen studentischen stil. Um die sache auf den punkt zu bringen: Dort gibt es natürlich auch keine mädchen mit schühchen und tüchlein. Dort gibt es nur – halt!
Ich möchte mich nicht negativ über meine mitstudenten und mitstudentinnen (haha) äußern. Dazu besteht kein anlass und außerdem könnte dies hier mein zukünftiger arbeitgeber lesen, denn der arbeitgeber hat seit neuestem das internet für sich entdeckt.

Deshalb gibt es auch das dubiose portal XING, bei dem premium_mitglieder 5,95 öre im monat bezahlen, nur um zu sehen, wer auf ihr profil geklickt hat. Das finde ich fair.
Natürlich habe ich mich sofort angemeldet und habe nun auf anhieb schon 16 wichtige businesskontakte geknüpft.
Natürlich wurde ich auch sofort von diversen halbaffen angeschrieben, ob ich nicht auf ihre afterwork_network_veranstaltungen kommen möchte, doch ich sagte nej tack.
Bis ich in so einem Mercedes, in den man hinten seine anzugjacke hängen kann, herumfahre und zu solchen einladungen ja tack sagen werde, wird wohl mindestens noch ein jährchen vergehen. Bis dahin radel ich auf meinem rostigen Motobecane fahrrad durch µnchen und erfreue mich der dort beobachtbaren skurrilitäten.

Als ich nämlich von der Stabi heim fuhr, wurde gerade der grasstreifen an der Implerstraße sommertauglich gemacht, also gemäht. Erst sah ich einen menschen, der mit einem handelsüblichen gartenrasenmäher eine 1m² große rasenfläche mähte. Viel zeit zum freuen über diesen kuriosen anblick blieb mir nicht, da gleich der nächste rasenfleck ein noch schöneres bild bot. Hier stand ein riesiges rasenmähgefährt auf einer fläche, die es gerade einmal ganz bedeckte.
Was den städtischen µnchner rasen angeht, wird also mit kanonenkugeln auf spatzen geschossen, ein zeichen dafür, dass es unserer schönen stadt trotz der gesamtverschlechterung von allem und jedem noch recht gut geht.
Dieses erlebnis werde ich mir bei zeiten noch vom örtlichen erlebnisbestätigungsamt bescheinigen lassen, so wie in dem hervorragenden Katz&Goldt comic geschehen.

Dieser beitrag möchte bitte als der längste bisher in einem deutschsprachigen blog veröffentlichte in die analen der geschichte eingehen, insbesondere auch wegen des äußerst beknackten wortspiels gegen ende.
Hinweisen möchte ich an dieser stelle auch auf eine funktion, die den schönen namen “kommentieren” trägt. Denn gespannt bin ich ja schon, ob es tatsächlich menschen gibt, die diesen beitrag ganz zu ende gelesen haben. In diesem fall möge sich der leser bitte anerkennend selber auf die schulter klopfen und sich als kleine belohnung den kurzfilm zum neuen Notwist lied Where In This World ansehen. Das wird gut, das neue album, ohoh, wird das gut!

Das tragische ableben des geliebten pfunkelservers

April 18th, 2008

Liebe Trauergemeinde,
wie vielleicht schon der ein oder andere bemerkt hat, funktionierte pfunkelferd.de seit dienstag morgen nur noch etwa so gut wie das amerikanische wahlsystem, nämlich gar nicht.
Weitere details hierzu in meinem bald folgenden beitrag.
Leider war es mir in dieser zeit natürlich auch nicht möglich, emails zu empfangen. Falls mir jemand wichtige kochrezepte oder niedliche babyfotos geschickt hat, bitte ich hiermit ausdrücklich darum, dies zu wiederholen.
Die ganze sache ist wirklich mehr als ärgerlich, aber da ich aus sicherer quelle erfuhr, dass ärgern so dermaßen nineties ist, werde ich dies in zukunft unterlassen.
Vielen dank für ihr verständnis.
Bussi
/painted

Meet the Eelsterbunny

März 23rd, 2008

Seit dem letzten eintrag ist viel passiert.
Das ist zwar eine lüge – in wahrheit ist absolut gar nichts passiert – aber ich brauche ja eine rechtfertigung, diesen beitrag zu schreiben. Schön finde ich, dass ein paar aufmunternde menschen sich tatsächlich bei mir beschweren, dass so lange nichts mehr aus meinen fingern in’s sogenannte internet tropfte. Ich antworte dann immer “Gerne würde ich es ja tropfen lassen, lieber aufmunternde mensch, aber mir fällt beim besten willen nicht ein, über was ich schreiben könnte”. Schreibblockade würde man das wohl nennen, wäre ich schriftsteller, aber zum glück verdiene ich meine brötchen ja auf anständige weise, nämlich mit nichtstun und schabernack.
Ein vorschlag lautete, ich solle doch meine aussage, der blinddarm sei ein darkroom für bakterien, zu einem eintrag ausformulieren, aber das halte ich für eine zumindest für mich schwer zu verwirklichende idee, ich fürchte, mein gehirn ist ein darkroom für gedanken, und ich bin mir wirklich nicht sicher, ob wir dort das licht anknipsen sollten.
So schreibe ich dann doch lieber über geschehenes und nicht geschehenes.

Meet the author: Ich bin glücklich und fast ein wenig stolz darauf, der weltbevölkerung mitteilen zu können, dass der verfasser dieser geistlosen buchstabenansammlung schon vor geraumer zeit den 25. jahrestag seiner fleischwerdung feiern durfte. Besser gesagt bestand die diesjährige katastrophe darin, dass er diesen jahrestag eben gerade nicht feiern durfte, da seine 25 mit der großmütterlichen 90 konkurrierte und man muss keine 4 semester analysis studiert haben, um erahnen zu können, welches fest in riesigem rahmen mit blackjack und nutten gefeiert wurde, und welches weitgehend fachmännisch ignoriert wurde.

Meet the easterbunny: Ist offenbar ein amerikanischer brauch, der darin besteht, dass ein osterhäslich bekleideter alkoholiker den ganzen tag auf einer parkbank sitzt und sich mit kleinen kindern fotografieren lässt. Ein traumberuf, wie ich meine!

Meet the Eels: Gleich mehrfach (wenn nicht gar potenziert) traumatisiert wurde ich durch das Eels_konzert, welches am 11.3.8 statt fand. Der erste schock bestand darin, dass ich beim lässigen schlendern über die ticket_homepage bemerkte, dass das konzert schon monate im vorfeld ausverkauft war. Als ich sah, für welche preise die karten das internetauktionshaus verließen, wurde mir gleich noch viel schlechter. Schwer traumatisiert verbrachte ich den abend also weinend im bett, nur um dann am nächsten tag gleich den nächsten schlag in’s gesicht zu erhalten. Aus unabhängigen und zuverlässigen quellen war nämlich zu vernehmen, dass das (bestuhlte) konzert mehr als irrelevant gewesen sei. Die SZ schrieb zb davon, dass man sich als publikum fast schon ein bisschen störend vorkam. Sehr geehrter Mark Oliver Everett, bitte schämen sie sich mehrfach und potenziert, falls sie dies hier lesen sollten.

Wie bereits im vorherigen beitrag erwähnt, war ich im befreundeten nachbarland skifahren. Zu berichten gibt es zwar auch hier nicht allzu viel, denn was beim skifahren so passiert, das muss ich nicht erst noch ausschweifend erzählen, denn man kennt es ja: Rein in’s auto, rauf auf den berg [ , rein in den lift, rauf auf die piste, zack, swisch, ziuuum, rechtskurve, linkskurve, bremsen ] x oft, rein in’s auto, zurück zum forsthaus, duschen, tee trinken, feuer machen, selbstentscheiderdackel streicheln.
An dieser stelle möchte ich erwähnen: Sollte unser allseits beliebter bayerischer nationalpapst Ratzinger das loch, welches er durch das abschaffen der vorhölle geschaffen hat, wieder mit etwas sinnvollem füllen wollen, so empfehle ich ihm, die reinkarnation in die katholische lehre aufzunehmen. Für mich wäre dies der endgültig ausschlaggebende grund, dieser fantastischen religiösen gruppierung beizutreten, nur um in meinem nächsten, spätestens aber übernächsten leben, als dackel wiedergeboren zu werden. Ob rauhaar oder kurzhaar wäre mir sogar egal, solange ich nur genügend füchse und dachse aus ihren bauten vertreiben dürfte.

Dass Juno die wohl beste jemals gedrehte komödie ist, muss ja wohl hier nicht mehr erwähnt werden. Erwähnenswert finde ich aber, dass das mädchen, Diablo Cody, das für diesen film völlig zu recht den drehbuch_oscar abräumte, mit ihrem blog berühmt wurde, der genauer gesagt eigentlich erst dann berühmt wurde, als sie begann zu strippen und darüber berichtete.
Was ich sagen möchte: Interessante karriere. Noch lote ich meine chancen aus..

Zu guter letzt möchte ich noch meinen unmut äußern. Würde ich anfangen, allgemein über das ja gar nicht mal mehr so neue rauchverbot in µnchner kneipen zu sprechen, müsste ich mich wahrscheinlich zu sehr aufregen und der sowieso schon gelangweilte leser müsste an dieser stelle noch weitere 200 zeilen ertragen, deshalb möchte ich hier nur leise erwähnen: Im Café King wird zwar das tanzverbot strikt eingehalten aber unter stiller duldung geraucht. Und zwar raucht nahezu alles, was finger hat, um eine zigarette dazwischen zu klemmen. Ich nicht, da ich an besagtem abend meine finger in der mit annähernder lichtgeschwindigkeit schwingenden toilettentür einklemmte. Wer mich also demnächst mit handschuhen und atemschutzmaske in dieser an sich fabelhaften lokalität antrifft, möge sich bitte nur leicht wundern.

Ich wünsche ein frohes osterfest mit vielen bunten eiern! (Durch welchen film wurde eigentlich Ellen Page vor Juno bekannt?)

Selbstentscheider

A grand day out

Februar 3rd, 2008

Liebe gemeinde,

manche dinge realisiert man erst, wenn es aber auch wirklich schon viel zu spät ist.
Am donnerstag saß ich in der (zumindest vorerst) letzten vorlesung meines lebens. Schließlich möchte ich nicht ausschließen, dass ich später irgendwann als seniorenstudent noch einmal einem 40 jahre jüngeren geschichtsprofessor und seinen genervten studenten meine lebensgeschichte in sämtlichen überflüssigen details erzählen werde.
Als gedächtnisstütze möge mir unter anderem dieses blåg dienen!

Diese woche kann ich bedauerlicherweise meinen köttbullargestählten hintern in keine hörsaalbank mehr drücken, da es auf und in die berge geht!
pfunkelferd.de macht einen betriebsausflug auf skiern in das befreundete nachbarland Österreich. Falls es berichtenswertes oder auch nichtberichtenswertes zu berichten gibt, kann man sich sicher sein, dass es dies hier möglicherweise zu lesen geben wird.

In der zwischenzeit möchte ich euch, liebe leser, bitten, euch den fabelhaften film Eastern Promises anzusehen. Es handelt sich hierbei um ein meisterwerk von David Cronenberg. Erzählt wird die geschichte der londoner krankenschwester Anna, die in die blutigen machenschaften der russischen maffia verwickelt wird. Ganz besonders sehenswert ist dieser film wegen der wohl besten nacktkampfszene seit Borat. Wer beide filme noch nicht kennt, dem sei nur so viel verraten: Nur einer der beiden kämpfe endet mit einem messer im gesicht.

Macht es mal gut, gerne kann man die nächsten tage bei dem gedanken an mich das bild des skifahrenden herds aus Wallace & Gromit – A Grand Day Out vor augen haben.
Übrigens, nicht vergessen: Gromit hat am 12. februar geburtstag!

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rivers will all turn to blood / frogs will fall from the sky / and the plague will rage through the countryside / lalalala