lässt man ein weinglas aus dem wandschrank fallen, welches daraufhin nach ungefähr einem meter freien fall auf der küchenarbeitsplatte aufschlägt, so geht es nicht kaputt, wenn es denn von unglaublich hoher qualität ist. mundgeblasen wahrscheinlich. diese erkenntnis ereilte mich schon vor über einem jahr, ich wollte mein wissen nur an dieser stelle noch einmal festhalten, damit es auch für die nachwelt verfügbar sein wird.
ja, die gute alte nachwelt. wenn wir diese nicht hätten, wäre so manches tun nichtig, wenn nicht sogar alles.
ein glück, dass ich schon vor ca. 8 jahren eine zeitkapsel im königsdorfer forst versenkte, in dem sich ein klarinettenblatt und ein liebesbrief an die extraterrestrischen grünschleimmonsterfinder befand.
so also auch dieses blåg. als virtuelle zeitkapsel. aber wer bitte wird das internet weiterbetreiben, wenn wir alle verklimakatastropht sind? wer wird die peitsche schwingen, die die rinder am großen internetantriebsrad am cern antreibt?
ich werds wohl mal ausdrucken müssen oder auf microfiche speichern.
folgende punkte sollten bis dahin trotzdem erwähnt werden:
le nouveau
auch ohne beschädigung aus dem küchenschrank fallen lassen kann man wohl mein neues notebook, ein thinkpad r61. seit neuestem kann ich also auch wieder meine gehörschutz_stöpsel aus den ohren nehmen, während mein notebook in der wohnung schnurrt und auch ein akku ist jetzt dabei und das sogenannte wlan. alles dinge, die ich bisher nur vom hörensagen kannte. toll.
weniger toll ist die tatsache, dass das große software_unternehmen es immer wieder schafft, einen dermaßenen müll zusammenzuprogrammieren, dass die fortschritte des großen hardware_unternehmens schon beim systemstart im keim erstickt werden.
programme, die ich bisher mit dem vorschlaghammer schließen musste: 3.
manuelles computerausschalten per langeaufdenpowerknopfdrücken: 1.
auf diesem planeten werden wohl niemals vernünftigen betriebssysteme geschrieben werden. und kommen sie mir jetzt bitte nicht mit linux, meine sehrverehrten damen und herren.
reinraum
rockt. leider nur noch einen oder zwei tage, dann hat es sich vorerst ausgereinraumt. ein spannender und lehrreicher abschnitt meines lebens neigt sich dem ende zu.
neben all den fachlichen finessen, habe ich aber vor allem das große gesetz des reinraums gelernt:
dinge funktionieren grundsätzlich nicht, vor allem dann, wenn man denkt, dass sie funktionieren.
und: beseitigt man das eine problem, steht man immer vor mindestens 3 neuen.
dies hört sich frustrierend an, ist aber im grunde sehr spannend und auch gar nicht mal so schlecht, denn sonst könnte das ja jeder.
mittlerweile gibt es auch fotos vom reinsten ort auf erden, die werde ich wahrscheinlich in einem späteren beitrag einmal verwursten.
wiese
seit schon geraumer zeit findet auf der theresienwiese das weltweit größte oktoberfest, die sogenannte wiese statt. neulich hab ich mir das mal aus der nähe angeschaut. genauer gesagt wurde ich dort mit der aussicht auf ein kühles bier (der bayer nennt einen liter bier, den er aus dem sog. bierkrug zuzelt, liebevoll “maß”) hingelockt, doch dann einfach dreist stehengelassen. dieser umstand wurd zu meinem großen glück, denn so kam es, dass ich nur meine maximale oktoberfest_toleranzdauer dort verbringen musste, nämlich eine halbe stunde. schön war’s.
dürfte man sich als katholik seine wunschhölle aussuchen und wäre ich einer, dann wäre das sicherlich die wiesn.
kein ort auf der welt macht die tatsache deutlicher, dass die drohende klimakatastrophe und das damit verbundene aussterben der menschheit nicht früh genug eintreffen können.
ich habe meine chucks für dieses ereignis übrigens schon poliert! heißa!
hey baby, i wanna know if you’ll be my girl.
konzerte
auch hier in münchen gibt es in letzer zeit vermehrt konzerte, auf die es sich verschärft zu gehen lohnt. beispiele sind zahlreich:
art brut: top of the pops! top of the pops! geht es denn noch besser? wohl kaum.
das neue album ist hervorragend, das konzert war auch fantastisch, wenn auch nichts besonderes passiert ist. es ist immer gut, einen metal_gitarristen (der auch noch so aussieht) in der band zu haben. kann nie, wirklich nie schaden.
ein bisschen schockiert war ich, dass eddie argos aussieht wie john darnielle.
sehr schockiert war ich, als ich erfuhr, was dieser nach dem konzert auf einem kiesweg bei der kultfabrik tat.
punkrock ist nicht tot!
moneybrother: mindestens genauso gut wie art brut. ich wusste davor ja noch nicht mal, wie das gute geldbrüderchen überhaupt aussieht und ich war positiv überrascht. immerhin nicht wie john darnielle.
und das war vielleicht ein konzert! junge junge. sehr schön.
wenn einem das bier einer bedienung besonders gut schmeckt, gibt man besonders viel trinkgeld. wenn einem ein konzert besonders gut gefällt, geht man nachher noch am merchandise_stand ausgiebig shoppen. leider hat mein geld nicht für mehr als ein tshirt und einen geschenkten button gereicht.
moneybrother und band waren übrigens vor dem konzert noch auf der wiesn und dort leicht enttäuscht, dass ihnen nicht schon am eingang zwei maßkrüge in die hände gedrückt wurden und dass sie nicht in das zelt hineingelassen wurden. nach einer runde autoscooter gings dann auch schon wieder zurück ins taxi. die herren machen es richtig.
the decemberists: colin meloy sieht aus wie john darnielle! ganz besonders, wenn er singt. und er singt viel, denn es ist ja sein beruf.
das neue decemberists_album ist ja etwas ruhiger als das meisterwerk picaresque, so dass das konzert auch etwas ruhiger ausfiel, was das münchner publikum natürlich freute, denn bewegen tut es sich überhaupt nicht gerne, das münchner publikum. wenn man einmal kurz mit dem bein wippt, wird man sofort von allen umstehenden grimmig angeschaut.
wer es noch nicht kennt, sollte sich übrigens das video zu 16 military wives anschauen. model united nations – ich hab es nie verstanden..
colin meloy hat übrigens für seinen sohn nicht nur eine, sondern zwei lederhosen gekauft. respekt. aber sowas kann man in oregon sicher auch gut tragen, ohne dass man auffällt.
friska viljor: gestern im cord. ein super ort für konzerte und zudem eine super band. dürfte man sich als katholik seinen wunschhimmel aussuchen und wäre ich einer, dann wäre das vielleicht ein konzert im cord.
dass ich den schlagzeuger so lange zugeschwallt habe, bis er mir einen drink spendiert hat, tut mir leid. dass dieser dann aber fast nur aus purem vodka bestand, sollte aber ihm bzw dem barkeeper leid tun. wie stehe ich denn jetzt da? völlig restalkoholisiert. nichtsahnend. ich bin eine schande für die deutsche einheit.
friska viljor sind übrigens vorbildliche schweden, denn niemand hatte snus dabei.