pfunkelferd blåg

“Zu tief ins glas geschaut aber nochmal mit einem blauen auge davongekommen” und andere anekdotentättärä

September 8th, 2008

Der seit dem letzten eintrag um gefühlte 92 jahre gealterte verfasser sitzt auf dem verfassereigenen balkon und unternimmt den verzweifelten versuch, sich gedanken zu machen.
Im kühlschrank schlummert ein glas mit kaffee, der später die grundlage für den besten eiskaffee der welt bilden wird, jedenfalls sieht dies der plan vor.

Weitere pläne gibt es nicht, aber das ist wohl völlig normal für einen menschen, der sich mit einem fulminanten bauchplatscher mitten ins diplomarbeitsleben gestürzt hat. Da dieses aber nicht nur brot_ sondern sogar brötchenlos ist, besteht zumindest nicht der druck, am wochenende die verdienten geldscheine in vergnügen (blackjack and hookers) und sinnlose elektronik_gadgets zu verwandeln.
Wobei das wiederum auch nicht die ganze wahrheit ist, da ich zumindest meine nicht vorhandenen brötchen in blackjack – nein – poker und sinnlose elektronik_gadgets steckte.
Und das ging so: In einem midlife_crisis_anfall dachte ich über all die dinge nach, die ich in meinem bisherigen leben noch nie getan habe und stieß natürlich sofort auf das bekannte und beliebte spiel poker. Sofort wurde eine kleine runde ins leben gerufen, in der ich mich durch reines aussitzen so wacker schlug, dass ich sogar ohne verlust nach hause gehen durfte.
Auch das neue gadget, nämlich ein japanisch_schwedisches mobiltelefon, werde ich ohne brötchenverlust bekommen, da ich großer überblicker des tarifdschungels geworden bin und einen tarif gefunden habe, der von sagenhafter günstigkeit ist, solange man unter den monatlichen inklusivminuten bleibt. Da ich das natürlich nie tun werde, kann man mich bald in der schuldenfalle besuchen. Mit dem alter kommt die dummheit.
Aber auch bei Vodafone selber scheint sie sich sehr wohl zu fühlen, die gute alte dummheit. Mittlerweile musste ich nämlich bereits ca. 20 mal die zum glück kostenlose hotline anrufen, nur um immer wieder widersprüchliche informationen zu erhalten. Hiermit möchte ich endlich einmal die macht des blågs nutzen: Liebe leser! Wenn ihr fans von kompetenter beratung und reibungsloser bestellabwicklung seid, lasst die finger von Vodafone! Hoffentlich sorge ich hiermit dafür, dass der aktienkurs streng monoton abwärts geht. Drecksunternehmen. Ich möchte fast sagen: Nahezu so schlimm wie Gericom, aber so weit kann man eigentlich auch wieder nicht gehen.
Zum glück wurde sie heute nun aber endlich freigeschaltet, meine neue alte nummer und ich bin wieder erreichbar, eigentlich ohne es jemals nicht gewesen zu sein.

Da dieses blåg ja seit dem letzten eintrag das thema abenteuergeschichten ganz groß schreibt, möchte ich in diesem beitrag auch nicht damit geizen, vor allem auch weil es der titel ja bereits ankündigt.
Für eine ganze abenteuergeschichte reicht mein erlebtes wohl leider nicht, wer interessiert sich schließlich schon für aufenthalte in der augenklinik des Schwabinger krankenhauses und für mobile augenduschen, die nicht vernünftig funktionieren und für eine fahrt mit der universitätsfeuerwehr? Nein, das ist wirklich nicht interessant genug, aber einen warnhinweis möchte ich zumindest noch anbringen: Was ist wohl das mit abstand dümmste, das man sich ins auge schütten kann? Richtig, flusssäure, aber wäre mir dies passiert, könnte ich das hier nicht mehr tippen. Nein, es war der gute alte bekannte aceton! Auch das ist kein großer spaß, wie ich zugeben muss, aber das auge scheint ein hervorragender selbstheiler zu sein und so kann ich hoffen, in diesem fall noch einmal mit einem blauen bzw roten auge davongekommen zu sein.

Der rest des lebens läuft auch irgendwie und ist nicht weiter der rede wert.
Ich grüße aus der dunkelheit!

Stück hackfleisch gewinnt schönheitswettbewerb

Juni 9th, 2008

Da es in meinem gehirn zwar schon recht lückenhaft aber trotzdem lückenhaft strukturiert zugeht, weiß dieses gewitzte organ ganz genau, dass es den fingern nicht einfach einen Kraków_artikel in die tastatur diktieren darf, bevor die vorherigen ereignisse nicht abgearbeitet bzw abgeblågt sind.

Zwar sind diese präkrakówskischen ereignisse nicht von großem weltgeschichtlichen interesse, aber vielleicht gewinne ich ja zumindest mal einen preis für komplettizität und irrelevanz.

  • Diplomarbeit: Habe ich mir geschnappt! Aber wie. Morgen geht’s los. Was ich machen werde? Im dunklen raum mit einem laser quantenpunkte jagen und mir ihre optischen verletzungsschreie ansehen. So viel darf ich sicherlich verraten. Wen das thema tatsächlich interessiert, dem erzähle ich selbstverständlich gerne mehr. In Garching freut man sich natürlich auch immer sehr über besuch, schließlich bin ich schon lange nicht mehr durch meine geliebte parabelrutsche gedüst.
  • Burger: Dass der Red Dot Design Award auch an restaurants verliehen wird, wusste ich nicht, bis ich neulich in einem so prämierten saß. Nämlich im Cosmogrill an der Maximilianstraße. Nettes ambiente, sehr plibing plibing, dementsprechend dann die burger auch reichlich teuer (so ab 7 öre) und in handlicher größe, aber lecker lecker und man bekommt ein leuchtpiepvibrier_UFO, das anzeigt, wann der burger fertig gebraten ist. Danke an den edlen einlader!
  • The Notwist: Wowdiwowdiwow! Wer hätte gedacht, dass es neben den konzerten, auf die man fast schon aus einer art gewohnheit heraus geht, noch welche gibt, die einen dermaßen begeistern können? Gut, wahrscheinlich lag es an der musik, man hätte ja schon fast wieder vergessen, dass die Neon Golden nun einmal das perfekte pop_album ist und nach wiederholtem hören nähert sich die The Devil, You + Me langsam asymptotisch an meine gernhabizität der Neon Golden an. Das wohl bemerkenswerteste des konzerts: Martin Gretschmann ist scheinbar einer dem computernerd typischen faulheit verfallen und bedient nun die 1m vor ihm stehenden geräte mit zwei überdimensionierten fernbedienungen, was die vermutung nahelegt, dass in zukunft bald die ganze band von ihm auf diese weise ferngesteuert wird. Frickel zisch karumms tirillier! Super konzert. Auch hier vielen dank an den edlen trommler!
  • Sonic Boom: So viel zum thema konzerte aus gewohnheit. Ich bin fast eingeschlafen.
  • Lunastrom: Ich weiß nicht, warum ich es an dieser stelle schreibe, trotzdem: Das war wohl nichts, Marc. Die Kammerspiele sind mit ihrer bestuhlung einfach ein doofer ort für eine party, dazu kommt die destruktive einlassbeschränkung an der tür und die musik hat es leider dieses mal auch nicht mehr retten können. Wo bleibt Sigur Rós? Wo Belle & Sebastian? Wo Arcade Fire?
  • Kevin Devine: Hach, das war vieleicht schön. Außerdem habe ich gelernt, dass das Orangehouse total überdimensionierte stempel hat, da diese falsch bestellt wurden.

Nachdem nun sämtliche irrelevanzen heruntergeblågt wurden, kann ich mich endlich dem krakówskischen thema widmen, aber nicht ohne vorher erwähnt zu haben:
Fahrt auf den Olympiaturm! Seht euch eure heimat von oben an, es ist ein günstiger spaß und verspricht nahezu grenzenlose freude!

Mit dem teufel auf du und du

Zeichnen sie eine gaskugel oder einen halbbitteren halbleiter

Mai 12th, 2008

A record collection reduced to a mixtape.
Der lebenssinn eines jahres reduziert auf zwei ziffern.

Gerne hätte ich diese prüfung allein wegen des unterhaltungswertes mitprotokolliert, aber dann klopfte die faulheit an die morsche tür meines verstandes und der plan verpuffte in’s nichts, ähnlich einer Supernova vom Typ Ia.
Zumindest den anfang dieses nichtexistenten protokolls möchte ich aber dem sicherlich danach lechzenden leser nicht vorenthalten:
Prüfer: Was ist ein stern?
Prüfling: Eine gaskugel, in der kernreaktionen ablaufen.
Prüfer: Na dann zeichnen sie doch mal so eine gaskugel.
Prüfling (zeichnet kreis): Gaskugel.
So schön kann physik sein. Ich korrigiere mich: Physik ist natürlich immer so schön, wenn nicht sogar noch schöner, man denke allein an Angela Merkel!
Mehr möchte ich zu diesem thema auch schon nicht mehr sagen, außer vielleicht das noch:
Falls irgendjemand zufällig in seinem hobbykeller noch ein paar halbleiter herumliegen hat und mir eine passende diplomarbeit anbieten möchte, wäre ich hellauf begeistert. Falls irgendjemand das wort hobbykeller genauso beknackt findet wie ich, darf er gerne eine eigene diplomarbeit über das wort hobbykeller schreiben, ich werde sie auch gerne lesen, vorausgesetzt, es sind viele bunte bildchen drin und so ein parfum_test_knick_streifen.
Noch schöner wäre natürlich ein Gimmik, wie zb urzeitkrebse. Ein weiteres diplomarbeitsthema könnte lauten:
“Untersuchung über die schwierigkeit der entwicklung zum mündigen bürger beim ausbleiben des besitzes von urzeitkrebs_pulver in der kindheit”

Schon lange geschrieben wurde die diplomarbeit mit folgendem titel:
“Langweilige nachahmungen guter flashmob_ideen, die dann letztendlich bis auf einige abstriche doch recht großartig ausfallen”
Am freitag war es nämlich so weit, es wurde geflashmobt, und zwar in einem gewaltigen fünfminütigen freeze auf dem Odeonsplatz. Wer die einschlägigen videoplattformen mit entsprechenden suchwörtern füttert, findet einige trash_videos, die die stimmung recht gut eingefangen haben. Auf einem davon ist für sekundenbruchteile mein fuß zu sehen, wer ihn findet und erkennt, darf ihn behalten und sich ein leckeres süppchen draus kochen.
Eindrucksvoll war die große anzahl der menschen, die absolute stille und die kreativität, die zu manch schönen standbild geführt hat. Vielleicht war das ja ein erster schritt zu interessanteren flashmobs.
Wirklich gut war dieser nämlich nicht. Gründe? Bitte:
Kurz vorher wurde er von den veranstaltern vom Marienplatz zum Odeonsplatz verlegt, da man angst hatte, man könnte auf dem Marienplatz (dem größten laufsteg µnchens? Nein! Dem wohnzimmer µchens) passanten belästigen oder gar verhaftet und auf den elektrischen stuhl gesetzt werden. Hallo? Ist ein flashmob nicht eine kunstform, in der es auch darum geht, zu provozieren? Haben die wirklich geglaubt, dass die polizei leute verhaften würde, weil sie 5min an ort und stelle verharren?
So fand das ganze eben am Odeonsplatz sozusagen unter einer käseglocke statt, man hätte es auch in eine turnhalle verlegen können oder nachts auf eine wiese vor Quarzbichl, denn “laufkundschaft” gab es kaum, der großteil des nicht gefrorenen volkes waren menschen, die einem ihre kamerahandys oder ZDF_kameras ins gesicht drückten oder noch besser: Leute, die fotos machten! Das sieht sicherlich eindrucksvoll aus auf fotos: Menschen, die sich nicht bewegen.
Und überhaupt: Einfrieren. Hat das G8 gymnasium uns denn schon den letzten rest unserer kreativität geraubt? Sicherlich: Es ist einfach und eindrucksvoll, aber durch wiederholung werden dinge nun mal nicht spannender.
Das gemotze geht noch ein bisschen weiter, lieber leser, in dieser disziplin bin ich schwer zu bremsen, meine nächste mündliche prüfung soll dann bitte auch heißten: “Beschweren sie sich bitte einmal kräftig über halbleiter und sterne!” Mit vergnügen!
Aber erst mal wird sich über das klatschen und jubeln zu ende des erfrierens beschwert. So geht das nämlich nicht. Gut ist’s, wenn’s danach so ist als wär nichts gewesen und nicht, wenn sich das ding am ende in eine große party auflöst.
Knackpunkt des problems ist wohl, dass die renaissance des flashmobs ja hauptsächlich durch das heiß geliebte web 2.0 zustande kam, womit man zwar sehr schnell sehr viele flashmobwillige leute zusammentrommeln kann, aber natürlich dann auch gleich das ZDF und M94.5 im boot hat. Irgendwie muss man ja die richtige komposition aus zu viel und zu wenig öffentlichkeit finden, denn sonst könnte man den spaß ja auch gleich per plakaten und Studivotze_bannern bewerben, so dass die leute gähnend vorbeigehen und sich denken “achja, genau, schon wieder ein flashmob, hab ich ja heute schon im lokalteil der BLÖD zeitung gelesen”.

Erquicklichere themen folgen nun. Ich möchte nämlich an dieser stelle fragen, ob mir jemand den ursprung meiner 3cm langen narbe an der rechten schulter erklären kann. Was man so alles entecken kann am eigenen körper.. Ich lade den leser herzlich dazu ein, dies einmal selber auszuprobieren!
Möglich ist es, dass ich mir diese narbe zuzog, als ich einmal wieder einem meiner besitztümer nachkletterte, die von gehässigen mitmenschen gerne auf vordächer in der Müllerstraße geworfen werden, so wie neulich geschehen mit meiner mir wirklich sehr am herzen hängenden fahrradhupe. Menschen, die zu solchen schandtaten fähig sind würden wahrscheinlich auch kinder verspeisen oder menschen in massen entlassen, wenn man sie nur ließe.

Am ende noch zwei kurze warnhinweise:

Wer einmal in den genuss von edel_bitter schokolade mit 85%igem kakao_anteil gekommen ist, wird nie wieder halbbitter schokolade essen können, ohne vor lauter widerlicher süße den mund zu verziehen und schreiend aus dem fenster zu stürzen.

Es gibt gute und schlechte Eric Clapton alben. Ein ganz und gar grausames trägt den ganz und gar grausamen titel Pilgrim. Die passende akustische untermalung beim verspeisen von halbbitter schokolade.

Hang on to your dreams ’til someone beats them out of you!

A grand day out

Februar 3rd, 2008

Liebe gemeinde,

manche dinge realisiert man erst, wenn es aber auch wirklich schon viel zu spät ist.
Am donnerstag saß ich in der (zumindest vorerst) letzten vorlesung meines lebens. Schließlich möchte ich nicht ausschließen, dass ich später irgendwann als seniorenstudent noch einmal einem 40 jahre jüngeren geschichtsprofessor und seinen genervten studenten meine lebensgeschichte in sämtlichen überflüssigen details erzählen werde.
Als gedächtnisstütze möge mir unter anderem dieses blåg dienen!

Diese woche kann ich bedauerlicherweise meinen köttbullargestählten hintern in keine hörsaalbank mehr drücken, da es auf und in die berge geht!
pfunkelferd.de macht einen betriebsausflug auf skiern in das befreundete nachbarland Österreich. Falls es berichtenswertes oder auch nichtberichtenswertes zu berichten gibt, kann man sich sicher sein, dass es dies hier möglicherweise zu lesen geben wird.

In der zwischenzeit möchte ich euch, liebe leser, bitten, euch den fabelhaften film Eastern Promises anzusehen. Es handelt sich hierbei um ein meisterwerk von David Cronenberg. Erzählt wird die geschichte der londoner krankenschwester Anna, die in die blutigen machenschaften der russischen maffia verwickelt wird. Ganz besonders sehenswert ist dieser film wegen der wohl besten nacktkampfszene seit Borat. Wer beide filme noch nicht kennt, dem sei nur so viel verraten: Nur einer der beiden kämpfe endet mit einem messer im gesicht.

Macht es mal gut, gerne kann man die nächsten tage bei dem gedanken an mich das bild des skifahrenden herds aus Wallace & Gromit – A Grand Day Out vor augen haben.
Übrigens, nicht vergessen: Gromit hat am 12. februar geburtstag!

neues aus dem wichtigsten organ meines körpers – dem reinraum

Oktober 12th, 2007

eisen(ii)_chlorid

skål reinraum, es war mir eine große ehre und freude, in dir arbeiten zu dürfen.
mit dir verlässt mich einer der schönsten orte, an denen ich mich jemals aufhalten durfte und gewiss einer der saubersten arbeitsplätze dieser welt.
neben dir sieht jeder raum (nicht nur meine wohnung) aus, wie ein großer dreckiger schweinestall.
die flüssigkeit auf obigem foto ist übrigens eine eisen(ii)_chlorid_lösung. sie wurde mir zur guten freundin im kampf gegen die allerorts auftauchenden cyanide, welche sich zb im galvanik_bad und in der gold_ätzlösung herumtreiben.
sie sind ebenso nützlich wie auch gefährlich, wobei man anmerken muss, dass die großen schurken der geschichte (adolf h., george w. b., ..) es geschafft haben, gefährlichkeit und nützlichkeit auf perverse art und weise zu kombinieren.
aber auf solche gedanken kommen wir in unserer heilen reinraumwelt natürlich auf keinen fall und wer mich in ein paar jahren an einer neuen massenvernichtungswaffe herumschrauben sieht, den bitte ich jetzt schon freundlich darum, mir herzhaft die fresse zu polieren, tack.
das untere bild zeigt mich an einer weniger gefährlichen apparatur, dem sogenannten mask aligner.
zur allgemeinen stimmungsverbesserung befindet sich dieses gerät in einem von gelblicht durchfluteten raum, verwendet wird es zur uv_belichtung von fotolack.
all things move towards their end, on that you can be sure.
aber hoffnung besteht, dass meine zeit im reinraum im rahmen einer diplomarbeit in naher zukunft fröhlich fortgesetzt wird.
bis dahin freue ich mich darüber, dass ich zumindest hier in meiner wohung papier überall ablegen darf und auch sogar den wasserhahn mit bloßen händen anfassen kann.

mask aligner baby

ereignisgeschnetzeltes

Oktober 3rd, 2007

lässt man ein weinglas aus dem wandschrank fallen, welches daraufhin nach ungefähr einem meter freien fall auf der küchenarbeitsplatte aufschlägt, so geht es nicht kaputt, wenn es denn von unglaublich hoher qualität ist. mundgeblasen wahrscheinlich. diese erkenntnis ereilte mich schon vor über einem jahr, ich wollte mein wissen nur an dieser stelle noch einmal festhalten, damit es auch für die nachwelt verfügbar sein wird.
ja, die gute alte nachwelt. wenn wir diese nicht hätten, wäre so manches tun nichtig, wenn nicht sogar alles.
ein glück, dass ich schon vor ca. 8 jahren eine zeitkapsel im königsdorfer forst versenkte, in dem sich ein klarinettenblatt und ein liebesbrief an die extraterrestrischen grünschleimmonsterfinder befand.
so also auch dieses blåg. als virtuelle zeitkapsel. aber wer bitte wird das internet weiterbetreiben, wenn wir alle verklimakatastropht sind? wer wird die peitsche schwingen, die die rinder am großen internetantriebsrad am cern antreibt?
ich werds wohl mal ausdrucken müssen oder auf microfiche speichern.
folgende punkte sollten bis dahin trotzdem erwähnt werden:

le nouveau
auch ohne beschädigung aus dem küchenschrank fallen lassen kann man wohl mein neues notebook, ein thinkpad r61. seit neuestem kann ich also auch wieder meine gehörschutz_stöpsel aus den ohren nehmen, während mein notebook in der wohnung schnurrt und auch ein akku ist jetzt dabei und das sogenannte wlan. alles dinge, die ich bisher nur vom hörensagen kannte. toll.
weniger toll ist die tatsache, dass das große software_unternehmen es immer wieder schafft, einen dermaßenen müll zusammenzuprogrammieren, dass die fortschritte des großen hardware_unternehmens schon beim systemstart im keim erstickt werden.
programme, die ich bisher mit dem vorschlaghammer schließen musste: 3.
manuelles computerausschalten per langeaufdenpowerknopfdrücken: 1.
auf diesem planeten werden wohl niemals vernünftigen betriebssysteme geschrieben werden. und kommen sie mir jetzt bitte nicht mit linux, meine sehrverehrten damen und herren.

reinraum
rockt. leider nur noch einen oder zwei tage, dann hat es sich vorerst ausgereinraumt. ein spannender und lehrreicher abschnitt meines lebens neigt sich dem ende zu.
neben all den fachlichen finessen, habe ich aber vor allem das große gesetz des reinraums gelernt:
dinge funktionieren grundsätzlich nicht, vor allem dann, wenn man denkt, dass sie funktionieren.
und: beseitigt man das eine problem, steht man immer vor mindestens 3 neuen.
dies hört sich frustrierend an, ist aber im grunde sehr spannend und auch gar nicht mal so schlecht, denn sonst könnte das ja jeder.
mittlerweile gibt es auch fotos vom reinsten ort auf erden, die werde ich wahrscheinlich in einem späteren beitrag einmal verwursten.

wiese
seit schon geraumer zeit findet auf der theresienwiese das weltweit größte oktoberfest, die sogenannte wiese statt. neulich hab ich mir das mal aus der nähe angeschaut. genauer gesagt wurde ich dort mit der aussicht auf ein kühles bier (der bayer nennt einen liter bier, den er aus dem sog. bierkrug zuzelt, liebevoll “maß”) hingelockt, doch dann einfach dreist stehengelassen. dieser umstand wurd zu meinem großen glück, denn so kam es, dass ich nur meine maximale oktoberfest_toleranzdauer dort verbringen musste, nämlich eine halbe stunde. schön war’s.
dürfte man sich als katholik seine wunschhölle aussuchen und wäre ich einer, dann wäre das sicherlich die wiesn.
kein ort auf der welt macht die tatsache deutlicher, dass die drohende klimakatastrophe und das damit verbundene aussterben der menschheit nicht früh genug eintreffen können.
ich habe meine chucks für dieses ereignis übrigens schon poliert! heißa!
hey baby, i wanna know if you’ll be my girl.

konzerte
auch hier in münchen gibt es in letzer zeit vermehrt konzerte, auf die es sich verschärft zu gehen lohnt. beispiele sind zahlreich:

art brut: top of the pops! top of the pops! geht es denn noch besser? wohl kaum.
das neue album ist hervorragend, das konzert war auch fantastisch, wenn auch nichts besonderes passiert ist. es ist immer gut, einen metal_gitarristen (der auch noch so aussieht) in der band zu haben. kann nie, wirklich nie schaden.
ein bisschen schockiert war ich, dass eddie argos aussieht wie john darnielle.
sehr schockiert war ich, als ich erfuhr, was dieser nach dem konzert auf einem kiesweg bei der kultfabrik tat.
punkrock ist nicht tot!

moneybrother: mindestens genauso gut wie art brut. ich wusste davor ja noch nicht mal, wie das gute geldbrüderchen überhaupt aussieht und ich war positiv überrascht. immerhin nicht wie john darnielle.
und das war vielleicht ein konzert! junge junge. sehr schön.
wenn einem das bier einer bedienung besonders gut schmeckt, gibt man besonders viel trinkgeld. wenn einem ein konzert besonders gut gefällt, geht man nachher noch am merchandise_stand ausgiebig shoppen. leider hat mein geld nicht für mehr als ein tshirt und einen geschenkten button gereicht.
moneybrother und band waren übrigens vor dem konzert noch auf der wiesn und dort leicht enttäuscht, dass ihnen nicht schon am eingang zwei maßkrüge in die hände gedrückt wurden und dass sie nicht in das zelt hineingelassen wurden. nach einer runde autoscooter gings dann auch schon wieder zurück ins taxi. die herren machen es richtig.

the decemberists: colin meloy sieht aus wie john darnielle! ganz besonders, wenn er singt. und er singt viel, denn es ist ja sein beruf.
das neue decemberists_album ist ja etwas ruhiger als das meisterwerk picaresque, so dass das konzert auch etwas ruhiger ausfiel, was das münchner publikum natürlich freute, denn bewegen tut es sich überhaupt nicht gerne, das münchner publikum. wenn man einmal kurz mit dem bein wippt, wird man sofort von allen umstehenden grimmig angeschaut.
wer es noch nicht kennt, sollte sich übrigens das video zu 16 military wives anschauen. model united nations – ich hab es nie verstanden..
colin meloy hat übrigens für seinen sohn nicht nur eine, sondern zwei lederhosen gekauft. respekt. aber sowas kann man in oregon sicher auch gut tragen, ohne dass man auffällt.

friska viljor: gestern im cord. ein super ort für konzerte und zudem eine super band. dürfte man sich als katholik seinen wunschhimmel aussuchen und wäre ich einer, dann wäre das vielleicht ein konzert im cord.
dass ich den schlagzeuger so lange zugeschwallt habe, bis er mir einen drink spendiert hat, tut mir leid. dass dieser dann aber fast nur aus purem vodka bestand, sollte aber ihm bzw dem barkeeper leid tun. wie stehe ich denn jetzt da? völlig restalkoholisiert. nichtsahnend. ich bin eine schande für die deutsche einheit.
friska viljor sind übrigens vorbildliche schweden, denn niemand hatte snus dabei.

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Juni 22nd, 2007

ja klar. bin ich.
und das hier ist auf keinen fall die homepage, die nur für sverige geboren wurde, um dann 10 monate später schon wieder dem virtuellen erdboden gleich gemacht zu werden.
keinesfalls!
das ist unser haus! schmeißt doch endlich schmidt und press und mosch aus kreuzberg raus!
ich muss nur überlegen, wie ich in zukunft dieses seitchen mit lesenswertem inhalt füllen kann. wer meine berichte aus sverige schon gähnend langweilig fand, der würde sich wohl noch wundern, wie viel langweiliger erst mein alltag in tyskland ist.
momentaner stand der dinge:
wiederkommen. haustierartiges im wohnzimmer aus koffern leben. über lebensmittelpreise im aldi jubeln. norwegen vorbereiten und sich selber darauf.
wichtigster und kompliziertester punkt:
karriereplanung.
die geht zwar momentan nicht wirklich vorwärts, aber theoretisch sieht das so aus:
sich einen advisor (professor) suchen, der idealerweise in dem themengebiet arbeitet, auf das man später auch mal riesig lust haben wird. außerdem einen job an einem ähnlichen lehrstuhl finden, um mal ein wenig ins business zu kommen. dann muss ich mir noch überlegen, welche spezialfächer ich nächstes semester hören möchte und von wem ich mich wann prüfen lassen will.
da das aber alles viel komplizierter ist, als ich gehofft habe, lerne ich jetzt erst mal latex. denn damit kann man frauen beeindrucken.

erkenntnisse

März 27th, 2007
  • die sonnenstunden pro tag haben sich innerhalb der letzten 2 wochen von gefühlten 2h auf gefühlte 14h erhöht. alles wächst und sprießt und gedeiht und reproduziert sich von ganz alleine, da könnte sogar västgöta nation einfach zu machen. heute habe ich sogar schon die erste gemeine stubenfliege hier gesehen. wetter, mit dir geht es aufwärts!
  • auch aufwärts geht es mit meinen universitätskursen hier. nachdem ich ja mit halbleiterphysik begonnen habe, dann zwei quartester im schönen land der mathematik verbracht habe, kehre ich jetzt wieder zurück zu meinen wurzeln. die kurse dieser saison lauten “the physics of low_dimensional structures and quantum devices” und “general relativity”. beides sehr schön und interessant, wenn auch natürlich etwas anders als an der guten alten heimatuniversität. zb steht hier vor der zeitkomponente des quadrats eines vierervektors ein minuszeichen und nicht vor den ortskomponenten. verwirrende konventionen.
  • jede treppenstufe in schwedänemark hat einen eigenen rollstuhllift. ein drittel der toiletten des fysicums sind behindertentoiletten. man könnte meinen, hier wird sich schon intensiv auf die drohende vergreisung der gesell_ und studentenschaft vorbereitet oder man erwartet tatsächlich einen baldigen ernsthafteren zwischenfall in ringhals, forsmark oder woauchimmer.
  • der 1.6.7 wird wohl der tag sein, an dem ich vom international housing office vor die tür gesetzt werde. ab diesem tag ist mein leben noch größtenteils völlig ungeplant. wem was einfällt und wer mich in seine zukünftige lebensplanung einbeziehen möchte, der möge sich bitte umgehend bei mir melden.

i like my extra socker with coffee and cream

Januar 16th, 2007

ein hoch auf den schwedischen automatenkaffee!
für nur 2 schwedische dollar steht einem das tor zur welt der unbegrenzten kaffeeauswahl (ca. 2 sorten) offen.
doch wehe dem, der vergisst, die taste für extra socker zu drücken!
vergisst man dies nämlich, schmeckt das dem automaten enttröpfelnde getränk eher wie snus.
nur noch schlimmer schmeckt mein kaffee zur zeit zu hause, da ich leider dem weltweiten trend folgend den araber in mir finden wollte und infolgedessen kaffee mit kardamom gekauft habe.
ja pfui teufel, wenn auch angeblich aphrodisierender teufel.
wenn ich schon mal beim thema bin, müssen folgende hochinteressante fakten natürlich auch noch raus:
kaffee ist wahrscheinlich das einzige produkt, das im schwedischen supermarkt billiger ist als in tyskland.
kein wunder, denn die nachfrage ist enorm: kaffee wird hier zu jeder tages_ und nachtzeit genüsslich geschlabbert.
meist schwarz und schwach.

schwarz und schwach – welch schöne alliterative beschreibung für meinen derzeitigen zustand.
die uni hat gestern wieder angefangen.
ich höre:

  • numerical methods in physics and engineering (auf schwedisch)
  • laser physics (auf schwedisch)
  • svenska för utbytesstuderande (für schwedisch)

eine schöne auswahl, wie ich finde.

ansonsten ist hier seit meiner ankunft nicht viel passiert, aber neue menschen bevölkern den korridor. schönschönschön.
mein zimmer ist in der zeit meiner abwesenheit erstaunlicherweise weder abgebrannt noch eingestürzt und auch sonst funktionieren alle technischen kommunikationsgeräte blendend. ich freue mich natürlich auch weiterhin über mails, anrufe und kommentare.
macht es mal gut.

circus erasmus

Dezember 12th, 2006

kurzer zwischenbericht:

  • morgen 5h kryptoteknik prüfung, davon sicherlich mindestens 3h berlekamp_massey_algorithmus mit 7mal verrechnen
  • ich wusste gar nicht, dass die famose band erdmöbel auf dem überhaupt nicht famosen major label sony bmg musizieren und jetzt sogar in das erbrechenswürdige weihnachtslieder_business eingestiegen ist. trotzdem wunderschönes lied, welches man sich auf der homepage anhören kann, und wenn man schon mal da ist, kann man sich auch die besseren älteren lieder als video ansehen.
  • eine mitteilung in uneigener sache: die hamburger band jenana (we need more great sentences like this.) spielt am 12.1.6 im münchner orangehouse. hingehen bitte.
  • warum ist eigentlich myspace so scheiße?
  • der circus erasmus macht auch heute abend in unserer gemeinschaftsküche halt! das atemberaubende programm umfasst auch dieses mal unter anderem: schuhe verstecken, sich gegenseitig durch den gang jagen, sich auf dem küchentisch nackig machen, kindisch kichern, staunend das mtv_ bzw. sitcom_programm verfolgen, nochmal kindisch kichern, und immer schön verkleiden, verkleiden, verkleiden. karten gibt es bei dem international office ihrer heimatuniversität.
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rivers will all turn to blood / frogs will fall from the sky / and the plague will rage through the countryside / lalalala