“Neue kolumnistin” las ich auf dem titelblatt des aktuellen SZ_magazins und stieß schon multiple freudensjauchzer aus, bevor mich die ernüchterung wieder ganz tief in den boden der tatsachen drückte:
1. Die knackige “neue kolumnistin” heißt Donna Leon (65) und ihr vor einfallsreichtum sprudelndes debüt lässt sich mit den worten zusammenfassen, dass sie in Venedig einmal bei jemandem eingeladen war, der einen riss in der wand hatte. Uuuh. Ein riss. In der wand! Um auch noch die hauptzielgruppe, nämlich lüsterne rentner von ihrer kinderpornosammlung zu locken, wurde dezent erwähnt, dass sich der riss im schlafzimmer befand, in dem der gastgeber nun auch noch das licht ausknipste, damit das durch den riss fallende tageslicht zu erkennen war.
Ein beispiel wie sich durch einen riss in der wand tatsächlich erotik erzeugen lässt, kann man auf dem foto weiter unten oder mit eigenen augen im hausderkunst bestaunen (Anish Kapoor, bis 21.1.8).
2. Axel Hacke. Wer wie ich hoffte, dass das Archimedische prinzip auch für kolumnen in zeitschriften gilt, wird jäh enttäuscht. Für herrn Hacke wird natürlich einfach hinten noch eine seite drangetackert. Unlesbar dieser kerl, und das ist zur abwechslung nicht mal nur meine eigene meinung, sondern ich habe fremdmeinungen eingeholt und das ergebnis ist, dass alle menschen mit denen ich jemals darüber sprach der meinung sind, dass Axel endlich gefeuert gehört. Aber das geht wahrscheinlich nicht, da er mit dem Chefredakteur schläft oder zumindest bei den verantwortlichen die meinung vorherrscht “Ach, den Axel können wir doch jetzt nicht feuern, der Axel, och nööö, tüdleldidüdeldidü, der gehört doch dazuuu”. Und damit haben sie ja auch recht, ohne job wäre er sicherlich schon amok gelaufen, hätte Paola und Luis zerstückelt und sie in Bosch gesperrt und das wollen wir ihm dann ja wohl wirklich nicht zumuten, oder?
Was für die unleserlichkeit von Axel Hackes kolumnen gilt, gilt übrigens auch für den Konstanzer Tatort mit Klara Blum (Eva Mattes). Laut ARD_beschreibung ist sie “eine kommissarin zum anfassen”. Ich sage: pfui teufel, nein danke. Und anschauen in zukunft sicherlich auch nicht mehr. Da verziehe ich mich lieber mit einem guten Donna Leon krimi unter die bettdecke. Harr.
Ich schlage also vor: Franz Josef Wagner bitte auch noch zum SZ_magazin und Mario Barth als neuen Tatort_kommissar, tack.
