pfunkelferd blåg

Hinter polnische gardinen geraten und erfolgreich mausgebüxt

Juni 22nd, 2008

Wie bereits angedroht, beschäftigt sich dieser nun folgende artikel mit meiner erfolgreichen touristischen dienstreise ins befreundete nachbarland Polen, genauer gesagt, ins wilde Krakówistan. Mein gastgeber war Tommi, ich bedanke mich an dieser stelle ein weiteres mal auf’s herzlichste.

Die kugeln in unseren köpfen

Man hätte sich bereits bei der wahl der ubahn nach Fröttmaning denken können, dass es keine gute idee ist, eine zu wählen, die 5min vor abfahrt des busses dort ankommt, aber ich liebe das risiko und so hüpfte ich sekunden vor der abfahrt noch auf einen der zahlreichen freien plätze, warf meinen hut in das gepäcknetz (gutes wort, wenn auch eher gepäckablage) und wartete auf die dinge die da kamen.
Und es kam: 2min nach abfahrt ein polnischer film von gar lausiger qualität, irgendeine liebeskriminalkomödie.
Was ich nämlich nicht bemerkte: Bereits sofort nach betreten des busses befand ich mich in Polen. Die deutsche sprache suchte man vergeblich in diesem bus, auch dem busfahrer konnte man nur mit mühe und not einige deutsche wortfetzen aus dem mund betteln. So kam es, dass bereits Ingolstadt ausschließlich auf polnisch angekündigt wurde und – viel schlimmer – ebenso die tatsache, dass man nach Kraków umsteigen müsse. Durch großes glück und eigeninitiative erfuhr ich hiervon noch in letzter sekunde und wechselte geschwind das gefährt, wer weiß, in welcher russischen kleinstadt ich mich sonst nun befände.

Erhaltung des stadtbildes durch neubauten

Da ich schon einmal bei der polnischen sprache bin: Diese ist auf papier leider durch das ausschreiben all ihrer zischlaute wahnsinnig ineffizient. Die haltestelle an der ich wohnte, hieß zb Mistrzejowice. Ich bin mir sicher, dass der einzige grund, aus dem Polen noch nicht ganz oben im großen pokerspiel der nationen mitturnt, der ist, dass zb wenn ein pole anfängt, ein patent zu tippen, in der zeit bis zur fertigstellung schon mindestens drei mitstreiter und sprecher einer nicht_zischlaut_sprache ein identisches patent schnell heruntergetippt haben, in ihr örtliches patentamt gesnakeboardet sind und es dort eingeworfen haben, während der bemitleidenswerte Pole noch immer an der reihenfolge seiner zischlautbuchstaben verzweifelt.
Wäre unser polnischer erfinder nun einer der wenigen, welche der englischen sprache mächtig sind, aber einer der vielen, die kein auto besitzen, würde ihm dieses können auch nicht sehr viel weiter helfen, da er beispielsweise mit der tramlinie 14 eine dreiviertelstunde in die stadt braucht für eine strecke, die der motorisierte pole in 5min zurücklegt.

Verzweifelt würde er sich nun also gerne die haare raufen, aber dies ist leider nicht möglich, da die polnische kommission zur vermeidung von stil und geschmack schon vor jahren folgende leichtverständliche und verbindliche regel aufgestellt hat:
Die haare eines jeden jungen polens dürfen eine länge von 3cm nicht überschreiten. Selbige regel gilt für die hosen junger polinnen. Für die hosen junger polen gilt wiederum: Sie müssen camouflage_gemustert sein.

Der motorisierte pole

Ich möchte an dieser stelle all jenen gratulieren, die diesen artikel bis hierhin durchgelesen haben und sich bisher noch nicht angewidert von meiner bescheidenen homepage abgewendet haben. Angewidert von der aus diesem artikel sprudelnden oberflächlichkeit und arroganz gegenüber anderen nationen.
Ich weiß auch nicht, was in mich gefahren ist, möchte aber anmerken, dass selbstverständlich kein einziges pfunkelferdeskes wort jemals meine tatsächliche meinung zum ausdruck gebracht hat, geschweige denn auch nur irgendetwas hier jemals mit der wahrheit zu tun hatte.

Die schönen seiten des stadtbildes

Es geht nun aber trotzdem weiter im text, denn stillstand bedeutet stillstand!
Bereits in einem meiner ersten artikel berichtete ich von dem schwedischen preisniveau und möchte nun dieses thema für Polen auch nicht unangetastet lassen. In kurzform: Alles ist völlig normal teuer, vieles sogar teurer, zb kostet der döner auf Krakaus straßen ganz genauso wie im heimischen etepetete_µnchen gute 3 europäer. Ein weiterer schock: Eine dose gefüllt mit ganz normalem polnischen bier kostet im billigmarienkäfersupermart Biedronka 2,4 zloty, das sind skandalöse 70 cent und so weiter und so fort, nur dienstleistungen und so geschichten scheinen deutlich günstiger zu sein, zb das bus_ und tramfahren ist ein preislicher traum, auch wenn es schon einmal passieren kann, dass der busfahrer seine hintertür per hand zudrücken muss, weil diese nicht mehr richtig schließt.

Der autor in unseren köpfen

Wesentlich besser als bustüren schließt in Polen ein ganz anderes tor, nämlich dieses, um welches es in diesem abschnitt gehen wird. Hiermit nähern wir uns übrigens schon dem höhepunkt dieses beitrags, man darf also bald auch wieder aufatmen und sich die krawatte lockern.
Als kleine einleitende auflockerungsübung fragte ich sämtliche menschen, denen ich die folgende geschichte erzählte, was denn wohl der mit abstand dümmste ort ist, an dem man sich einsperren lassen kann. Ich erhielt zwar viele schöne antworten, aber nicht dir richtige.
Denn diese lautet: In eine grotte. Jawohl, es ist wahr, eine kindheitshorror_ und _wunschvorstellung wurde wahr. Ich erlebte ein TKKG_ähnliches abenteuer.
Und das ging so:
Mit meinem gastgeber teile ich offenbar eine große zuneigung gegenüber grotten, gepaart mit einer großen abneigung gegenüber kostenpflichtigen führungen in solchen. So beschloss man erst einmal den blauen und dann den gelben spazierweg durch den wunderschönen Ojców nationalpark zu spazieren, um dann später nachzusehen, ob die grottenkassenhütte noch geöffnet ist. Als man dies tat, stimmte man darin überein, dass alle ereignisse vor der grotte nach baldigem dienstschluss aussahen: Ein vereinzeltes pärchen saß noch herum und in der hütte räumte man scheinbar gerade auf und schloss ab. Der ideale zeitpunkt also, um das schmiedeeiserne tor zu überklettern und innerhalb von sekundenbruchteilen mit einer ungefähr 3m langen maglite ausgestattet in die dunkelheit der grotte einzutauchen.
Dort war zum glück das licht sogar noch eingeschaltet und man konnte in aller ruhe und glückseligkeit die grottigkeit der grotte bewundern. Nach einigen minuten hörte man überraschenderweise doch noch schritte und stimmen, es war wohl das pärchen, das noch eine letzte privatführung bekam. Natürlich versteckte man sich sofort in dem zuvor ausgespähten versteck und wartete eine gute zeit, bis sich schritte und stimmen wieder näherten und dann für immer verschwanden.
Jetzt war natürlich auch schon langsam genug gegrottet, also verließ man das versteck und tappste durch die nun komplett entleuchtete grotte richtung ausgang.
Doch unsere rechnung machten wir nicht mit dem extra_gittertor, das die wächter der grotte kurz vor die leicht überwindende tür eingehängt hatten, von der wir dachten, sie sei die einzige grottensicherheitsmaßnahme.
Der schock saß tief, doch vor allem saß er. Da wir auf eine grottenübernachtung keine allzugroße lust hatten, blieb uns nichts anderes übrig als laut zu rufen und uns auf eine schamvolle begegnung mit den grottenobrigen einzustellen. Doch diese kamen nicht. Stattdessen kamen uns ideen. Mobiltelefon? Ging nicht. Werkzeug? Gab es! Und das zu hauf.
Also wurde geklopft und gehebelt, vor allem gehebelt, bis zwei schweißnähte platzten und unsere wohlgeformten köpfe und hinterteile durch das durchaus robust geschmiedete tor passten.
Ein wunderschönes abenteuer, von mir leider nur völlig lückenhaft fotografisch dokumentiert, aber ausreichend um einen kleinen eindruck unserer mausbüxung zu bekommen.

Mausgebüxt aus der höhle des zahns

Abschließend erwähnen möchte ich:
Wer zwei junge kater mit ADHS in seiner wohnung hält, sollte dafür sorgen, dass alles mit sekundenkleber festgeklebt ist, aber vor allem auch, dass sich ein katzeklo in der wohnung befindet, wenn den katzen verboten ist, die wohnung zu verlassen. Befolgt man diese vermeindlich allgemein bekannten ratschläge nicht, droht chaos und verwüstung, wie nach einem dritten weltkrieg, der mit katzenexkrementen ausgetragen wurde. Herr Einstein, ich habe da so einen verdacht, was vor stöcken und steinen kommen wird. Schrecklich wird das!

Stück hackfleisch gewinnt schönheitswettbewerb

Juni 9th, 2008

Da es in meinem gehirn zwar schon recht lückenhaft aber trotzdem lückenhaft strukturiert zugeht, weiß dieses gewitzte organ ganz genau, dass es den fingern nicht einfach einen Kraków_artikel in die tastatur diktieren darf, bevor die vorherigen ereignisse nicht abgearbeitet bzw abgeblågt sind.

Zwar sind diese präkrakówskischen ereignisse nicht von großem weltgeschichtlichen interesse, aber vielleicht gewinne ich ja zumindest mal einen preis für komplettizität und irrelevanz.

  • Diplomarbeit: Habe ich mir geschnappt! Aber wie. Morgen geht’s los. Was ich machen werde? Im dunklen raum mit einem laser quantenpunkte jagen und mir ihre optischen verletzungsschreie ansehen. So viel darf ich sicherlich verraten. Wen das thema tatsächlich interessiert, dem erzähle ich selbstverständlich gerne mehr. In Garching freut man sich natürlich auch immer sehr über besuch, schließlich bin ich schon lange nicht mehr durch meine geliebte parabelrutsche gedüst.
  • Burger: Dass der Red Dot Design Award auch an restaurants verliehen wird, wusste ich nicht, bis ich neulich in einem so prämierten saß. Nämlich im Cosmogrill an der Maximilianstraße. Nettes ambiente, sehr plibing plibing, dementsprechend dann die burger auch reichlich teuer (so ab 7 öre) und in handlicher größe, aber lecker lecker und man bekommt ein leuchtpiepvibrier_UFO, das anzeigt, wann der burger fertig gebraten ist. Danke an den edlen einlader!
  • The Notwist: Wowdiwowdiwow! Wer hätte gedacht, dass es neben den konzerten, auf die man fast schon aus einer art gewohnheit heraus geht, noch welche gibt, die einen dermaßen begeistern können? Gut, wahrscheinlich lag es an der musik, man hätte ja schon fast wieder vergessen, dass die Neon Golden nun einmal das perfekte pop_album ist und nach wiederholtem hören nähert sich die The Devil, You + Me langsam asymptotisch an meine gernhabizität der Neon Golden an. Das wohl bemerkenswerteste des konzerts: Martin Gretschmann ist scheinbar einer dem computernerd typischen faulheit verfallen und bedient nun die 1m vor ihm stehenden geräte mit zwei überdimensionierten fernbedienungen, was die vermutung nahelegt, dass in zukunft bald die ganze band von ihm auf diese weise ferngesteuert wird. Frickel zisch karumms tirillier! Super konzert. Auch hier vielen dank an den edlen trommler!
  • Sonic Boom: So viel zum thema konzerte aus gewohnheit. Ich bin fast eingeschlafen.
  • Lunastrom: Ich weiß nicht, warum ich es an dieser stelle schreibe, trotzdem: Das war wohl nichts, Marc. Die Kammerspiele sind mit ihrer bestuhlung einfach ein doofer ort für eine party, dazu kommt die destruktive einlassbeschränkung an der tür und die musik hat es leider dieses mal auch nicht mehr retten können. Wo bleibt Sigur Rós? Wo Belle & Sebastian? Wo Arcade Fire?
  • Kevin Devine: Hach, das war vieleicht schön. Außerdem habe ich gelernt, dass das Orangehouse total überdimensionierte stempel hat, da diese falsch bestellt wurden.

Nachdem nun sämtliche irrelevanzen heruntergeblågt wurden, kann ich mich endlich dem krakówskischen thema widmen, aber nicht ohne vorher erwähnt zu haben:
Fahrt auf den Olympiaturm! Seht euch eure heimat von oben an, es ist ein günstiger spaß und verspricht nahezu grenzenlose freude!

Mit dem teufel auf du und du

rivers will all turn to blood / frogs will fall from the sky / and the plague will rage through the countryside / lalalala